Dritter Markt: So können KMU seit Jänner an die Börse gehen

21. August 2019 Drucken
Dritter Markt: So können KMU seit Jänner an die Börse gehen
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Die Kapitalbeschaffung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) soll durch eine Stärkung des Dritten Marktes erleichtert werden.

Der Nationalrat verabschiedete im Herbst 2018 mit den Stimmen der Regierungsparteien und der NEOS Änderungen im Aktiengesetz, durch die auch nicht börsennotierten Gesellschaften die Möglichkeit der Verwendung von Inhaberaktien eröffnet wird.

„direct market“ seit Jänner

Mit der Gesetzesänderung wurde der regulatorische Weg frei für das neue Wiener Marktsegment „direct market“ für kleine und mittelgroße Aktiengesellschaften. Am 21. Jänner lösten die die neuen Marktsegmente „direct market continuous“ und „direct market“ den früheren „mid market“ ab.

Niedrige Eintrittsschwellen

Um Zugang zum „direct market“ zu haben, muss ein Unternehmen eine Aktiengesellschaft (AG) sein und laut Börse eine Aktionärszahl im „niedrigen zweistelligen Bereich“ vorweisen. Beim „direct market continous“ kommen weitere Voraussetzungen dazu, unter anderem ein veröffentlichter Jahresabschluss, ein Halbjahresbericht, die Veröffentlichung eines Unternehmenskalenders im Internet und Begleitung des Unternehmens durch einen Capital Market Coach.

Zweistufiges System

Als Handelsplattform steht die Handelsarchitektur Xetra T7 mit den Handelsverfahren „Fortlaufender Handel“ in Verbindung mit mehreren Auktionen (Eröffnungsauktion, untertägige Auktion, Schlussauktion) und „Auktion“ zur Verfügung. Der direct market gliedert sich folglich in den direct market continuous und den direct market auction.

direct market continuous

Im direct market continuous steht für Aktien als Handelsplattform das Handelssystem Xetra T7 mit dem Handelsverfahren „Fortlaufender Handel“ in Verbindung mit mehreren Auktionen (Eröffnungsauktion, untertägige Auktion, Schlussauktion) zur Verfügung. Auch ist die Übernahme der Funktion eines Market Makers durch zumindest einen Handelsteilnehmer notwendig, die zur permanenten Quotierung verpflichtet. Die Übernahme von weiteren Market Maker-Verpflichtungen ist im Hinblick einer Liquiditätssteigerung erwünscht.

direct market auction

Im direct market auction steht als Handelsplattform das Handelssystem Xetra T7 mit dem Handelsverfahren „Auktion“ (einmalige untertägige Auktion) zur Verfügung, wobei von den Handelsteilnehmern zur Betreuung der Wertpapiere die Verpflichtung übernommen werden kann, während der Handelsphase verbindliche An- und Verkaufspreise (Quotes) zu stellen und zu diesen Geschäfte abzuschließen (Betreuung in der Auktion).

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