Die Kosten der Dürre: Agrareinkommen 2018 spürbar gesunken

12. September 2019 Drucken
Die Kosten der Dürre: Agrareinkommen 2018 spürbar gesunken
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Nach zwei Jahren positiver Entwicklung sind die Agrareinkommen 2018 empfindlich zurückgegangen, wie der aktuelle „Grüne Bericht“ des Umweltministeriums zeigt. Die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft sanken  um zehn Prozent auf durchschnittlich 28.035 Euro pro Betrieb. 2017 und 2016 waren die Einkommen noch um jeweils 14 Prozent gestiegen.

„Hauptursache des Einkommensrückgangs ist der Klimawandel und die damit verbundene extreme Trockenheit in vielen Regionen“, erklärte Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek am Mittwoch die Entwicklung im abgelaufenen Jahr. Für hitze- und trockenheitsbedingte Mindererträge im Acker- und Futterbau erhielten die Betriebe vom Bund und von den Ländern Direkthilfen und Zinsenzuschüsse in Höhe von insgesamt rund 22 Mio. Euro. Auch für den Forst sei „ein umfangreiches Maßnahmenpaket“ geschnürt worden, um die Einkommensverluste abzufedern, so Patek in einer Aussendung.

Steigende Produktionskosten

Weiters machten den Agrariern gestiegene Produktionskosten und preisbedingte Einbußen aufgrund niedriger Erzeugerpreise im abgelaufenen Jahr zu schaffen. Höhere Futtermittelpreise und niedrigere Schweinepreise hätten vor allem bei Veredelungsbetrieben einen starken Einkommensrückgang ausgelöst.

Umweltprogramme wirken stabilisierend

Bei den Bergbauern verringerten sich die Einkommen um acht Prozent, bei den Nichtbergbauernbetrieben um elf Prozent. Einkommensstabilisierend wirkten den Angaben zufolge Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung, vor allem das Agrarumweltprogramm (ÖPUL) und die Ausgleichszahlungen.

Öffentliche Förderungen unverzichtbar

Die Aufrechterhaltung einer weitgehend flächendeckenden Bewirtschaftung sei ohne Unterstützung durch öffentliche Zahlungen nicht zu schaffen, so das Ministerium. 2018 hätten diese im Schnitt 16 Prozent vom Ertrag ausgemacht; bezogen auf die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft habe der Anteil 68 Prozent betragen. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU sei „ein wichtiges Sicherheitsnetz der österreichischen Landwirtschaft“. (APA)

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