Studie: Warum die Streamer den TV-Sendern immer mehr zusetzen

30. September 2019 Drucken
Studie: Warum die Streamer den TV-Sendern immer mehr zusetzen
@ Jürgen-Mittag/pixelio.de

Den TV-Sendern steht ein wachsender Schwund bei ihren Zuschauerzahlen bevor. Nur noch etwa die Hälfte der Sehzeit (54 Prozent) verbringen Zuschauer heute mit linearem Fernsehen. Die Streaming-Dienste legen immer stärker zu.

Die Studie von Roland Berger und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster befragte 1.600 Personen in Deutschland.

Netflix schlägt TV Sender

Die Entwicklung vom linearen TV zum Streaming werde sich in den kommenden Jahren deutlich fortsetzen, prognostizieren die Autoren der Studie. Dabei sehen sie die klassischen TV-Sender schlecht gerüstet. Demnach hat Netflix in Sachen Sehzeit bereits die führende Position eingenommen – und zwar nicht nur im Streaming-Markt. Der Studie zufolge widmet das Gesamtpublikum 10,3 Prozent seines Zeitbudgets Netflix. Auf den Plätzen danach folgen mit ihren linearen und nichtlinearen Angeboten RTL (10,0 Prozent), ZDF (9,8 Prozent) und ARD (8,8 Prozent), vor Amazon mit 8,7 Prozent.

Werbung wandert

Das Resultat dieser Entwicklung zeigt sich besonders dramatisch bei der Verteilung der Werbebudgets. Denn „die Jugend“ interessiert sich nicht mehr wirklich für das Fernsehprogramm privater TV Anbieter. 60 Prozent ihrer Sehzeit (gemeint sind Zuschauer zwischen 16 und 29 Jahren) geht auf das Konto von Streaming-Angeboten; lineares TV kommt dagegen nur noch auf 34 Prozent. Entsprechend erwarten die Studienautoren einen Rückgang der Werbeeinnahmen über alle Sender hinweg zwischen 4,5 und 8,8 Milliarden Euro – im Jahr.

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