Kein Krisenszenario, aber deutsche Konjunktur verliert deutlich an Dynamik

02. Oktober 2019 Drucken
Kein Krisenszenario, aber deutsche Konjunktur verliert deutlich an Dynamik
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Die führenden Forschungsinstitute blicken skeptischer auf die deutsche Konjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde heuer nur um 0,5 Prozent und 2020 um 1,1 Prozent zulegen, teilten die Institute in ihrem Herbstgutachten mit. Sie bestätigten damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Frühjahr waren die Institute noch von einem Wachstum von 0,8 und 1,8 Prozent ausgegangen. „Die Industrie befindet sich in der Rezession, ihre Produktion ist seit gut eineinhalb Jahren rückläufig, was maßgeblich für die konjunkturelle Schwäche ist“, heißt es nun in dem Gutachten. Diese Flaute strahle allmählich auch auf unternehmensnahe Dienstleister aus.

Keine Krise

Nach dem Schrumpfen der Wirtschaft im Frühjahr dürfte das BIP auch im abgelaufenen dritten Quartal gesunken sein, erklärten die Ökonomen. Sie betonten aber: „Eine Konjunkturkrise mit einer ausgeprägten Unterauslastung der deutschen Wirtschaft ist trotz rückläufiger Wirtschaftsleistung im Sommerhalbjahr 2019 nicht zu erwarten.“

Höhere Unsicherheit

Allerdings hätten die Handelskonflikte der USA mit China und der EU sowie die Unklarheit über die zukünftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU die Unsicherheit erhöht: „Mit negativen Folgen für die Investitionen weltweit“, fügten die Forscher hinzu.

Grundlage für Bund

Die sogenannte Gemeinschaftsdiagnose dient der Bundesregierung als Basis für ihre eigenen Projektionen, die wiederum die Grundlage für die Steuerschätzung bilden. Erarbeitet wird das Gutachten vom RWI in Essen, vom DIW in Berlin, vom Ifo-Institut in München, vom IfW in Kiel und vom IWH in Halle. (APA)

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