Gehaltsprognose: So stark wachsen die Gehälter im kommenden Jahr

09. Oktober 2019 Drucken
Gehaltsprognose: So stark wachsen die Gehälter im kommenden Jahr
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Die Löhne in Österreich werden 2020 im Schnitt um 3,3 Prozent steigen, heißt es in einer Gehaltsprognose der Unternehmensberatung Kienbaum. Die westeuropäische Durchschnittslöhne steigen im gleichen Zeitraum um 3,1 Prozent. Außerhalb Europas werden Gehaltssteigerungen von 4,7 Prozent prognostiziert.

Die Gehälter in Westeuropa steigen laut Prognose im Jahr 2020 zwischen 1,3 und 4,8 Prozent. In Finnland steigen die nominalen Gehälter dabei am stärksten, während die Schweiz das Schlusslicht bildet. Österreich und Deutschland liegen mit 3,3 Prozent beziehungsweise 3,6 Prozent im Mittelfeld. Im westeuropäischen Gesamtdurchschnitt erhöhen sich die Gehälter um 3,1 Prozent bei einer erwarteten Inflation von 0,7 bis 2,0 Prozent. Das sind die Ergebnisse der Gehaltsprognose 2020. Sie bietet einen Überblick über die Gehälter in 38 ausgewählten Ländern mit mehr als 1.200 Teilnehmern aus Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen.

Fachkräfte profitieren weiterhin von Fachkräftemangel

In Europa zeigen die prognostizierten Gehaltssteigerungen nach Hierarchieebene teils deutliche Unterschiede: In Finnland, den Niederlanden und Belgien werden bei den Spezialisten und Fachkräften die stärksten Gehaltssteigerungen von 6,7, 4,5 und 4,3 Prozent erwartet. Auch in Österreich steigen ihre Gehälter im Schnitt um 3,8 Prozent. Generell wird angenommen, dass Spezialisten und Fachkräfte am stärksten von der kommenden Gehaltsrunde profitieren werden. Der Fachkräftemangel stärkt dabei zusätzlich die Verhandlungsposition.

Unterschiede in der Gehaltsentwicklung im Top Management

Im Top Management liegen die Niederlande mit einer Gehaltssteigerung von 4,3 Prozent an der Spitze. Auch auf der Vorstandsebene werden hier die höchsten Gehaltszuwächse mit 5,4 Prozent prognostiziert, für Österreich sind es 3,5 Prozent. Sowohl für das Top Management, als auch für die Vorstandsebene bildet die Schweiz mit 1,3 und 1,2 Prozent das Schlusslicht.

Bis zu 480 Euro mehr Gehalt in Österreich

Für Österreich ergeben sich Erhöhungen von 3,0 bis zu 3,8 Prozent in den verschiedenen Hierarchiestufen. Dies bedeutet ein Plus von 115 Euro für die Sachbearbeitung bis hin zu 480 Euro für die Geschäftsführung pro Monat.

Stärkere Gehaltssteigerung in Osteuropa

In den osteuropäischen Ländern wachsen die Gehälter voraussichtlich mit durchschnittlich 4,7 Prozent über alle Hierarchieebenen hinweg und somit deutlich stärker als in Westeuropa. In der Türkei steigen die nominalen Gehälter mit 9,2 Prozent weiterhin am stärksten. Ungarn liegt mit einer Gehaltsprognose von 6,3 Prozent dahinter. Im Verhältnis dazu sind die prognostizierten Gehaltszuwächse in Kroatien und Bosnien und Herzegowina mit 3,3 Prozent deutlich geringer. Die erwarteten, teils sehr hohen Inflationsraten verändern allerdings das Ranking. Die stärksten Zuwächse der Reallöhne finden mit 2,8 Prozent in der Tschechischen Republik statt. Das Schlusslicht bildet aufgrund der hohen Inflation mit -3,4 Prozent die Türkei.

Hohe Gehaltssteigerungen in China und Indien

Außerhalb von Europa steigen die nominalen Gehälter durchschnittlich um 4,7 Prozent. Im Vergleich der zwölf ausgewählten Länder liegt Indien mit 6,4 Prozent nominaler Gehaltssteigerung auf Platz eins. Dahinter folgen China und Brasilien mit 5,8 sowie 5,4 Prozent. Die höchsten Inflationsraten werden für Südafrika und Indien mit 4,9 beziehungsweise 4,2 Prozent prognostiziert. In Indien werden die Vorstände und Geschäftsführer mit Abstand die größten Gehaltszuwächse erwarten dürfen. Sie liegen bei 7,2 Prozent. In Brasilien gewinnt laut Gehaltsentwicklungsprognose das Top Management um 8,3 Prozent am meisten dazu. Insgesamt profitieren das Top Management sowie die Spezialisten und Fachkräfte am meisten in der nächsten Gehaltsrunde.

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