Bewirtungskosten und Steuer: So speisen Sie steuerschonend

06. November 2019 Drucken
Bewirtungskosten und Steuer: So speisen Sie steuerschonend
© Stefanie Salzer-Deckert/pixelio.de

Bei Betriebsprüfungen wird die steuerliche Absetzung von Bewirtungskosten immer wieder hinterfragt. Ablehnungen sind häufig. Die Kanzlei LBG Österreich hat das Wichtigste zusammengefasst.

Als Bewirtungsaufwendungen gelten Geschäftsessen sowohl im Unternehmen (Kantine, Betriebsrestaurant) als auch außerhalb des Betriebes. Sie schließen auch Kosten für die Unterbringung des Gastes mit ein.
Geschäftsfreunde sind all jene, mit denen eine Geschäftsbeziehung besteht oder angestrebt wird, sowie deren Arbeitnehmer. Bei den Bewirtungsspesen sind drei Bereiche zu unterscheiden:

  • Bewirtungskosten, die zu 100 Prozent geltend gemacht werden können.
  • Restaurantrechnungen, die zu 50 Prozent absetzbar sind.
  • Bewirtungsaufwendungen, die grundsätzlich nicht geltend gemacht werden können.

Wann sind Bewirtungskosten zu 100 Prozent abzugsfähig?

  • Die Bewirtung ist Bestandteil der Leistung bzw. steht unmittelbar mit der Leistung im Zusammenhang (z.B. Verpflegungskosten bei einer Schulung, die im Schulungspreis inkludiert sind)
  • Bewirtung hat Entgeltcharakter (z.B. Incentive-Reisen. Der Empfänger hat die Reise allerdings als Einnahme zu verbuchen)
  • Bewirtung ohne Repräsentationskomponente (z.B. die Bewirtung selbst ist Werbung wie bei Produkt- und Warenverkostung, Bewirtung anlässlich von Fortbildungsveranstaltungen für Geschäftspartner (z.B. Handelsvertreter), Bewirtung im Zusammenhang mit Betriebsbesichtigungen zur Kundengewinnng etc.).

Wann sind Bewirtungskosten zu 50 Prozent abzugsfähig?

Bewirtungskosten können zur Hälfte steuerlich geltend gemacht werden, wenn es sich um werbewirksame Aufwendungen handelt, bei denen die betriebliche Repräsentationskomponente untergeordnet ist. Die Bewirtung muss eindeutig der Werbung dienen und die betriebliche Veranlassung der Ausgaben muss weitaus überwiegen. Unter Werbung wird eine Produkt- oder Leistungsinformation verstanden. Und es muss nachgewiesen werden, welches konkrete Rechtsgeschäft tatsächlich abgeschlossen bzw. angestrebt wurde bzw. welche konkrete Produkt- und Leistungsinformationen dargestellt wurden. Der Name des Geschäftspartners sowie das angestrebte Geschäft sollten somit immer auf dem Beleg vermerkt werden.

Beispiele

  • Bewirtung in Zusammenhang mit Pressekonferenzen, betrieblich veranlassten Informationsveranstaltungen.
  • Bewirtung im Betrieb bei Geschäftsbesprechung.
  • Arbeitsessen im Vorfeld eines angestrebten, konkreten Geschäftsabschlusses

Wann sind Bewirtungskosten nicht abzugsfähig?

Wenn die Bewirtung hauptsächlich der Repräsentation gilt, sind die Bewirtungskosten nicht abzugsfähig. Gemischte Aufwendungen sind aufgrund des Aufteilungsverbotes ebenfalls nicht abzugsfähig.
Nicht abzugsfähig sind z.B.

  • Bewirtungskosten im Haushalt des Steuerpflichtigen oder Feier zur Betriebseröffnung außerhalb des Betriebes
  • Bewirtung aus persönlichen Anlass, wie z.B. Geburtstag,
  • Bewirtung in Zusammenhang mit nicht absetzbaren Besuchen von Casinos, Bällen, Konzertbesuchen etc.
  • Bewirtung nach dem Geschäftsabschluss

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