Gehälter in Österreich steigen 2020 um 2,8 Prozent

29. November 2019 Drucken
Gehälter in Österreich steigen 2020 um 2,8 Prozent
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Die Gehälter der Österreicher werden im kommenden Jahr voraussichtlich um durchschnittlich 2,8 Prozent steigen und damit um 0,9 Prozentpunkte über der für 2020 prognostizierten Inflationsrate von 1,9 Prozent liegen.

Das ergab die aktuelle internationale Gehaltsstudie des Beratungsunternehmens Mercer, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Inflation frisst Zuwächse

Im Vergleich dazu wird die nominelle Gehaltssteigerung in Westeuropa gegenüber heuer im Schnitt 2,5 Prozent betragen, in Osteuropa fällt sie mit fünf Prozent doppelt so stark aus. Allerdings macht dort die Inflation den Vorsprung fast wett. Real im Börsel bleiben in Westeuropa im Schnitt 1,1 Prozent und in Osteuropa dann auch nur 1,2 Prozent. In Russland etwa werden aus nominell sieben Prozent real 3,5 Prozent, in Polen frisst die Inflation sogar die gesamte Erhöhung von nominell 3,5 Prozent weg. In der Türkei wiederum bleiben von der nominellen Steigerung um 16 Prozent real nur um 3,4 Prozent mehr übrig als heuer.

AUT mit geringer Realsteigerung

Österreich liegt mit einem realen Gehaltsplus von 0,9 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Die Italiener dürfen beispielsweise mit 1,5 Prozent mehr Geld rechnen, die Spanier und Schweizer mit 1,4 Prozent, die Deutschen mit 1,3 Prozent, die Franzosen mit 1,2 Prozent und die Briten und Niederländer mit 1,1 Prozent.

Energiewirtschaft zahlt am besten

Mit den kräftigsten Gehaltssteigerungen ist in Österreich laut Studie in der Energiewirtschaft zu rechnen – mit einem nominellen Plus von durchschnittlich drei Prozent. Dahinter folgen die Branchen Hightech, Life Sciences und Konsumgüter mit jeweils 2,8 Prozent. Man müsse aber beachten, dass es durchaus Mitarbeitergruppen gebe, in denen aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Spezialisten – Stichwort Fachkräftemangel – „deutlich höhere Gehaltserhöhungen festzustellen sind“, betont Mercer-Vergütungsexperte Thomas Gruhle. Das gelte beispielsweise für die Bereiche Engineering & Science, Finance, Sales & Marketing sowie im Technologiesektor. Dort seien „Mitarbeiter besonders schwierig zu rekrutieren und an die Organisation zu binden“.

Leistung scheint sich immer noch zu lohnen

88 Prozent der österreichischen Unternehmen planen Gehaltssteigerungen je nach individueller Leistung der Mitarbeiter, 52 Prozent machen diese von der Performance der Organisation insgesamt abhängig und nur 18 Prozent berücksichtigen dabei die Dauer der Unternehmenszugehörigkeit.

Bescheidenes Bruttowachstum

Im Zeitraum 2012 bis 2019 kletterten die Gehälter hierzulande nominell um 20 Prozent, real waren es dann sieben Prozent. In Deutschland und den USA lag das nominale Wachstum mit 24 bzw. 26 Prozent darüber. Der Gehaltszuwachs war aber immer noch deutlich geringer als etwa in China: Dort gab es einen nominellen Anstieg von nominell 73 Prozent und real immer noch 45 Prozent. (APA)