Urlaub: Wie sich das Reiseverhalten in 50 Jahren verändert hat

16. Dezember 2019 Drucken
Urlaub: Wie sich das Reiseverhalten in 50 Jahren verändert hat
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Seit 50 Jahren erhebt die Statistik Austria das Reiseverhalten der Österreicherinnen und Österreicher. Heute führen Reisen häufiger ins Ausland, sind kürzer, und das Flugzeug ist hinter dem Pkw das wichtigste Verkehrsmittel geworden. Italien bleibt trotz abnehmender Strahlkraft wichtigstes Urlaubsland – hinter Österreich. Mindestens vier Tage am Stück sind eine Reise Erfasst werden in dieser Statistik […]

Seit 50 Jahren erhebt die Statistik Austria das Reiseverhalten der Österreicherinnen und Österreicher. Heute führen Reisen häufiger ins Ausland, sind kürzer, und das Flugzeug ist hinter dem Pkw das wichtigste Verkehrsmittel geworden.

Italien bleibt trotz abnehmender Strahlkraft wichtigstes Urlaubsland – hinter Österreich.

Mindestens vier Tage am Stück sind eine Reise

Erfasst werden in dieser Statistik nur Reisen von mindestens vier Tagen Dauer. Seit 1969 hat sich der Anteil der Menschen, die sich so eine Urlaubsreise gönnen, von 27,5 Prozent auf 60,1 Prozent der Bevölkerung verdoppelt. War es damals noch ein entweder Ausland oder Inland, so urlauben heute viele mehrfach, sowohl im Ausland als auch im Inland. Dafür sind Reisen wesentlich kürzer geworden. Damals, 1969, dauerten drei von vier Reisen zwei bis drei Wochen und nur knapp zwölf Prozent bis zu einer Woche. Heutzutage (2018) bringt mehr als die Hälfte der Urlaubsreisen maximal eine Woche Entspannung.

Ein Drittel verreisen mit Flugzeug

Beim gewählten Verkehrsmittel in den Urlaub gibt es eine deutliche Veränderung. Gerade einmal drei Prozent leisteten sich 1969 ein Flugticket, heute sind es über 30 Prozent. Alle anderen Verkehrsmittel verloren an Bedeutung, vor allem die Bahn, die von damals einem Viertel aller Urlaubsreisen auf nur noch sieben Prozent zurückfiel. Der Bus verlor von zehn auf sechs Prozent. Das eigene Auto behauptete seine Vormachtstellung als Transportmittel, wenn auch mit einem Rückgang von knapp 61 auf 54,3 Prozent.

Haupturlaubsreisen 1969 bis 2018
1969 1978 1987 1998 2010 2018
Mindestens eine Haupturlaubsreise (ab 15 Jahren, in %)
Inlandsreisen 15,6 . 20,5 . 40,6 43,7
Auslandsreisen 13,4 . 28,3 . 50 52
Insgesamt 27,5 35,6 42,3 48,2 59,3 60,1
Nach In- und Auslandsreisen (absolut in 1.000)
Inland 1.330 1.841 1.988 . 3.222 3.239
Ausland 1.088 1.841 2.635 . 5.866 6.974
Insgesamt 2.418 3.682 4.623 . 9.087 10.213
Nach In- und Auslandsreisen (Anteile in %)
Inland 55 49,8 43 36,6 35,5 31,7
Ausland 45 50,2 57 63,4 64,5 68,3
Nach den Top-Auslandsreisezielen (Anteile an Auslandsreisen; 2018)
Italien 39 33,3 28,4 24,4 19 20,7
Kroatien . . . 8,7 12,3 15,1
Deutschland 9,9 7,1 5,2 4,9 8,3 9,1
Spanien 3 . . 8 8,2 7,4
Griechenland 1,4 6,8 11 9,6 4,6 5,7
Frankreich 1,8 3,5 2,8 3,7 5 3
Großbritannien 1,1 0 0 2,3 2,4 2,9
Ungarn 1,5 2,3 4,3 2,7 2,3 1,6
Slowenien 0 0 0 1,1 1,3 1,3
Tschechische Republik 0 0 0 0,8 0,9 0,8
Fernreisen 0,6 4,8 6,5 12 14,6 11,9
Sonstige Reiseziele 41,7 42,2 41,8 21,8 21,1 20,5
Verkehrsmittel (Anteile in %)
Pkw 60,9 64,5 64,1 54,9 54,3 54,3
Flugzeug 3,4 8,6 14,2 27,5 30,6 30,4
Autobus, Reisebus 10 10,7 10,1 8,5 7,3 6
Eisenbahn 24,5 13,4 9,2 6,2 6,3 7
Sonstige Verkehrsmittel 0,9 2,8 1,2 3 1,5 2,3
Reisedauer (in %, Auswahl)
5 bis 7 Tage 11,7 22,3 30,4 46,8 50,3 52,2
8 bis 14 Tage 52,2 49,5 44,9 37,9 34,9 35,1
15 bis 21 Tage 22,9 16,1 13,7 8,8 11,3 8,5
Q: STATISTIK AUSTRIA. – Urlaubsreisen mit mindestens vier Nächtigungen. – Fernreisen sind Urlaubsreisen außerhalb Europas und der Türkei.

Italien bleibt Reiseziel Nr.1

Italien ist seit Beginn der Erhebung die wichtigste Auslandsdestination. Der Anteil der Österreicher, die es in dieses südliche Nachbarland zieht, hat sich allerdings von fast 40 auf gut 20 Prozent halbiert. Kroatien, das damals als Teil Jugoslawiens nicht separat erhoben wurde, liegt inzwischen mit knapp 15 Prozent auf Rang zwei – dahinter kommen schon Fernreisen, für die zuletzt fast zwölf Prozent der Österreicher optiert haben. 1969 war das noch etwas Exotisches, nur 0,6 Prozent aller Reisen fielen in diese Kategorie. (APA)

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