Steuern: Das sind die Neuerungen für 2020

08. Januar 2020 Drucken
Steuern: Das sind die Neuerungen für 2020
Hartwig Löger, Ex-Finanzminister © BMF Wilke

Mit dem Jahreswechsel kommen zahlreiche steuerliche Änderungen auf Unternehmer und Unternehmerinnen zu. LBG Österreich hat die Neuerungen zusammengetragen.

Teile der geplanten Steuerreform der alten türkis-blauen Regierung traten mit Jahreswechsel in Kraft.

Einkommensteuer

  • Niedrige Einkommen werden bei der Veranlagung für das Jahr 2020 durch eine Erhöhung des Verkehrsabsetzbetrages bzw. Pensionistenabsetzbetrages entlastet.
  • Kleinunternehmer (Umsatz bis Euro 35.000) mit bestimmten Einkünften können bezogen auf die Einkommensteuer eine neue Pauschalierung in Anspruch nehmen.
  • Die Grenze für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern wurde von Euro 400 auf Euro 800 angehoben. Bei betrieblichen Einkünften gilt dies für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2019 beginnen.
  • Die Pflichtveranlagungstatbestände bei beschränkt Steuerpflichtigen wurden erweitert.

Umsatzsteuer

  • In der Umsatzsteuer wurden das Reihengeschäft, die Zuordnung der bewegten Lieferung und das grenzüberschreitende Konsignationslager einheitlich normiert.
  • Elektronische Publikationen unterliegen nun einem Steuersatz von zehn Prozent, statt bisher 20 Prozent.
  • Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen ist seit Jahresbeginn die Mitteilung der UID vom Kunden an deren Lieferanten und die Abgabe der Zusammenfassenden Meldung (ZM) durch den Lieferanten eine materiell-rechtliche Voraussetzung für die Steuerbefreiung.
  • Die Umsatzgrenze für die Steuerbefreiung von Kleinunternehmern in der Umsatzsteuer wurde von Euro 30.000 auf Euro 35.000 angehoben. Online-Plattformen müssen bei bestimmten Umsätzen Informationen für die Abgabenerhebung aufzeichnen und elektronisch übermitteln. Große Konzerne haben fünf Prozent ihrer digitalen Werbeumsätze in Österreich als Digitalsteuer abzuführen.

Lohnverrechnung – Mitarbeiterkosten

  • Die Auflösungsabgabe für den Dienstgeber entfällt, und zwar, wenn das Ende der Beschäftigung eines Mitarbeiters, ausgelöst durch z. B. eine Arbeitgeberkündigung oder einvernehmliche Auflösung, nach dem 31.12.2019 liegt.
  • Der Nachtschwerarbeitsbeitrag wird auf 3,8 Prozent erhöht.
  • Der Zuschlag gemäß des Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetzes (IESG) wird auf 0,20 Prozent reduziert (bisher 0,35 Prozent).
  • Die neuen Sachbezugswerte für Dienstwohnungen sind zu beachten,
  • der Zinssatz für unverzinsliche Arbeitgeberdarlehen bleibt mit 0,5 Prozent gleich wie im Vorjahr.
  • Sonstige Bezüge, die mit den festen Steuersätzen behandelt werden können, sind nun mit dem Jahressechstel fix begrenzt (verpflichtende Aufrollung).
  • Ab Jahresbeginn besteht auch Lohnsteuerabzugspflicht für ausländische Dienstgeber ohne Betriebsstätte in Österreich, wenn unbeschränkt steuer-pflichtige Arbeitnehmer beschäftigt werden.

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