Steuer: Was Sie schon immer über die UID-Nummer wissen sollten

14. Januar 2020 Drucken
Steuer: Was Sie schon immer über die UID-Nummer wissen sollten
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Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID-Nummer) erlaubt es, bei betrieblichen Einkäufen im EU-Ausland die ausländische Umsatzsteuer in Abzug zu bringen. Ein EU-weites Bestätigungsverfahren bestätigt deren Richtigkeit.

Bei betrieblich veranlassten Einkäufen mit UID-Nummer im EU-Ausland kann mehrwertsteuerfrei bezahlt werden. Ein Vorsteuerabzug in der monatlichen Umsatzsteuererklärung ist dann nicht möglich. Die UID-Nummer ist bei Inlandsumsätzen Bestandteil einer ordnungsgemäßen Rechnung. Die Wirtschaftskammer Österreich bietet dazu ebenfalls ein umfassendes Informationsangebot (Link siehe unten).

Seit Jahreswechsel 2020: „Quick fixes“

Seit 1. Juli 2006 muss auch die UID-Nummer des inländischen Leistungsempfängers auf Rechnungen über 10.000 Euro angeführt werden. Bis 31.12.2019 sah der EuGH in seiner Rechtsprechung bei Fehlen der UID-Nummer auf der Rechnung eine rückwirkende Korrekturmöglichkeit. Durch die sog. „quick fixes“, die mit 1.1.2020 in Kraft treten, kommt es diesbezüglich zu einer Verschärfung der Vorschriften, wie die WKO auf ihrer Webplattform hinweist: Liegt zum Zeitpunkt der Lieferung keine gültige UID-Nummer des Empfängers vor, ist die Lieferung als steuerpflichtige Lieferung zu behandeln.

Überprüfung der Nummer

Das Vorliegen einer korrekten UID-Nummer ist eine der Voraussetzungen für die Umsatzsteuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung. Damit sich Unternehmer von der Gültigkeit der Identifikationsnummer-Nummer eines EU-Geschäftspartners überzeugen können, wurde EU-weit das so genannte Bestätigungsverfahren eingeführt. Die Richtigkeit der Nummer wird vorrangig über Finanz-Online oder über das MwSt-Informationsaustauschsystem (MIAS) geprüft.

Nummer vergessen

Hat der Unternehmer seine richtige Nummer vergessen oder falsch notiert, kann er seine steuerliche Identität über Finanz Online prüfen. Hat er dort keinen Zugang, bleibt eine Erkundigung bei eigenen Finanzamt wohl nicht aus.

Zweistufiges Überprüfungsverfahren

  • Stufe 1 (einfaches Bestätigungsverfahren): Hier wird die Gültigkeit der in der Anfrage angeführten, ausländischen Nummer ohne Bezug auf ein bestimmtes „Unternehmen“ bestätigt.
  • Stufe 2 (qualifiziertes Bestätigungsverfahren): Hier wird die Gültigkeit der in der Anfrage angeführten, ausländischen UID-Nummer für einen bestimmten Namen unter einer bestimmten Anschrift bestätigt.

Die Anfrage nach Stufe 1 ist in jenen Fällen ausreichend, in denen eine dauernde Geschäftsbeziehung besteht. Bei der Neuaufnahme einer Geschäftsbeziehung ist eine Anfrage nach Stufe 2 und in der Folge in regelmäßigen Abständen eine nach Stufe 1 anzuraten.

Nummer ist einzigartig

Jeder Unternehmer erhält grundsätzlich nur eine derartige Nummer, auch wenn er mehrere Betriebe hat bzw. Tätigkeiten ausübt. Filialbetriebe oder Zweigniederlassungen erhalten daher keine eigene Nummer. Nur größere Körperschaften öffentlichen Rechts können mehrere Umsatzsteuernummern und damit auch mehrere UID-Nummern erhalten. Die Erteilung einer Umsatzsteueridentifikations-Nummer erfolgt mittels Bescheid. Ebenso erfolgt die Zurücknahme in Bescheidform, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse geändert haben, z.B. Betriebsaufgabe.

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