Weglegen oder ausgeben: Die große Unentschlossenheit der Sparer

22. Januar 2020 Drucken
Weglegen oder ausgeben: Die große Unentschlossenheit der Sparer
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Der Umgang mit den eigenen Geldmitteln bringt Sparer in die Bre­douil­le: Das Interesse an Sparbuch und Bausparer ist deutlich rückläufig. 34 Prozent wollen ihr Geld verstärkt ausgeben, nahezu ebensoviele (33 Prozent) wollen eher sparen, heißt es in der Spar- und Kreditprognose von Erste Bank und Sparkassen.

Ebenfalls auffallend: Kreditsummen steigen erheblich um durchschnittlich 45 Prozent.

Höhere Anschaffungen nehmen zu

Laut einer Integral-Studie im Auftrag der Erste Bank planen 37 Prozent der Österreicher 2020 eine größere Anschaffung zu tätigen. 22 Prozent (+5 PP) wollen dieses Vorhaben mit einem Kredit oder einem Bauspardarlehen finanzieren. Eigene Ersparnisse wollen 79 Prozent dafür heranziehen, im Jahr 2018 waren es noch 89 Prozent. Auch die durchschnittliche Kreditsumme, die eingeplant wird, hat sich deutlich verändert: 85.400 Euro werden für 2020 pro Finanzierung eingeplant, 2018 lag die Summe noch um 45 Prozent niedriger und betrug 59.100 Euro. Mehr als acht von zehn Kunden schließen dabei einen Fixzinskredite ab.

Ausgeben oder Ansparen: Große Unentschlossenheit

Große Unentschlossenheit bei den Österreichern, was sie 2020 mit ihrem Geld machen sollen: Ausgeben oder doch Ansparen? Gemäß den Befragten, haben 34 Prozent vor, im Jahr 2020 ihr Geld eher auszugeben als zu veranlagen. Darunter befinden sich, wie die Studie zeigt, verstärkt Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Ein weiteres Drittel gab an, ihr Verhalten bezüglich Sparen und Ausgaben nicht ändern zu wollen und ebenfalls 33 Prozent der Personen wollen heuer mehr Geld veranlagen als im Vorjahr.

Sparbuch und Bausparer verlieren an Zuspruch

Obwohl die Klassiker des Veranlagens bei den österreichischen Sparern immer noch die statistisch begehrtesten Optionen sind, mussten sie im Vorjahresvergleich signifikant an Zustimmung einbüßen. Während das Sparbuch mit 57 Prozent (-8 PP) und der Bausparvertrag mit 42 Prozent (-7 PP) einen deutlichen Rückgang erfahren, gewinnt das Segment Wertpapiere (Fonds, Aktien und Anleihen) 3 Prozentpunke dazu. 33 Prozent geben demnach an, ihr Geld 2020 so veranlagen zu wollen. Die Summe, welche Sparer und Anleger planen 2020 zu investieren, beläuft sich dabei im Durchschnitt auf 5.300 €, also ein Minus von 400€ (-7PP).

Methode

Erste Bank Spar- und Kreditprognose Q4 2019: Integral hat 1.000 ÖsterreicherInnen (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren) mittels telefonischen und Online-Interviews nach ihren geplanten Spar- und Anlageformen sowie ihrem Finanzierungsbedarf gefragt. Die Befragung fand im 4. Quartal im Zeitraum von 13. November bis 18. November 2019 statt. Soweit nicht anders angegeben, handelt es sich bei den Vergleichswerten um Zahlen aus dem gleichen Quartal des Vorjahres.