Einkaufsmanagerindex: Deutsche Wirtschaft zog zum Jahresauftakt an

27. Januar 2020 Drucken
Einkaufsmanagerindex: Deutsche Wirtschaft zog zum Jahresauftakt an
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Die deutsche Wirtschaft ist laut Einkaufsmanagerindex etwas besser ins neue Jahr gestartet als erwartet. Außerdem widerspricht EZB-Präsidentin Christine Lagarde Gerüchten, dass die EZB-Geldpolitik auf längere Zeit festgelegt sei.

Der Einkaufsmanagerindex stieg im Jänner um 0,9 Punkte auf 51,1 Zähler, wie aus der monatlichen Umfrage des Instituts IHS Markit unter rund 800 Firmen hervorgeht. Ökonomen hatten dagegen einen geringeren Anstieg erwartet.

Industrie kämpft

Das Barometer signalisiert erst ab 50 ein Wachstum. Noch steckt die Industrie allerdings weiter in der Rezession. Der Einkaufsmanagerindex stieg hier zwar um 1,5 Punkte auf 45,2 Zähler und damit stärker als erwartet, blieb aber deutlich unter der Wachstumsschwelle.

Dienstleister expandieren

Die deutschen Dienstleister sind weiter im Aufwind: Deren Einkaufsmanagerindex kletterte überraschend stark um 1,3 auf 54,2 Zähler und erreichte damit den besten Wert seit fünf Monaten. „Mit der abermals entschleunigten Talfahrt näherte sich die Industrie der Stabilisierung weiter an, während der Servicesektor wieder kräftig zulegen konnte“, sagte Smith.

„Lächerlich“

In Davos wehrte sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde gegen Vorwürfe, die Notenbank habe ihre Geldpolitik bereits für lange Zeit  festgelegt. „Zu denken, dass sie auf Autopilot ist, ist lächerlich“, sagte Lagarde am Freitag dem Sender Bloomberg TV am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Fakten bestimmen Vorgehensweise

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe zwar klare Erwartungen, wie sich ihre Geldpolitik in Zukunft entwickeln werde. Ob das aber auch so eintreffe, hänge stets von den Fakten ab. „Lasst uns die Fakten anschauen, lasst uns sehen, wie sich die Wirtschaft entwickelt“, ergänzte Lagarde. Viele Volkswirte gehen derzeit davon aus, dass die Notenbank heuer an ihren Schlüsselzinsen nicht rütteln wird.

Unveränderte Zinslage

Die EZB hatte am Donnerstag auf ihrer ersten Zinssitzung im neuen Jahr den Leitzins bei 0,0 Prozent belassen. Auch ihren Einlagensatz veränderte sie nicht. Dieser bleibt damit bei minus 0,5 Prozent. Banken müssen also weiterhin Strafzinsen bezahlen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken. (APA/red)