Werbeabgabe: Wieso kleinere Agenturen jetzt bessere Karten haben

27. Januar 2020 Drucken
Werbeabgabe: Wieso kleinere Agenturen jetzt bessere Karten haben
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Mit dem Abgabenänderungsgesetz 2020 wurden bei der Werbeabgabe Änderungen beschlossen, die Vorteile für kleine Agenturen mit einem Werbevolumen unter Euro 10.000 bringen. LBG Österreich erklärt auch, warum größere Agenturen mit mehr Bürokratie rechnen müssen.

Der Werbeabgabe unterliegen Werbeleistungen, die im Inland gegen Entgelt erbracht werden. Die Bemessungsgrundlage der Werbeabgabe ist das umsatzsteuerrechtliche Entgelt, das dem Auftraggeber in Rechnung gestellt wird. Die Abgabe beträgt fünf Prozent der Bemessungsgrundlage. Grundsätzlich sind alle Werbeleister zur Abfuhr der Werbeabgabe verpflichtet, auch Vereine sind werbeabgabenpflichtig (hier gibt es aber bestimmte Ausnahmen).

Was ist eine Werbeleistung

  • Die Veröffentlichung von Werbeeinschaltungen in Druckwerken im Sinne des Mediengesetzes,
  • Die Veröffentlichung von Werbeeinschaltungen in Hörfunk und Fernsehen sowie
  • die Duldung der Benützung von Flächen und Räumen zur Verbreitung von Werbebotschaften.

Werbung im Internet unterliegt nicht der Werbeabgabe. Allerdings werden Onlinewerbeleistungen ab 1.1.2020 aufgrund des neuen Digitalsteuergesetzes 2020 mit fünf Prozent Digitalsteuer belastet.

Monatliche Entrichtung

Der Unternehmer hat die Werbeabgabe selbst zu berechnen und bis zum 15. des zweitfolgenden Monats nach Entstehen des Abgabenanspruches zu entrichten, wobei bisher nur Beträge unter Euro 50 nicht abzuführen waren. Ab 1.1.2020 muss eine monatliche Entrichtung der Werbeabgabe erst erfolgen, wenn die Summe der abgabepflichtigen Entgelte im Veranlagungszeitraum (Kalenderjahr oder Wirtschaftsjahr) Euro 10.000 erreicht. Wird diese Freigrenze unterjährig überschritten, ist die Entrichtung der Werbeabgabe für vorangegangene Monate nachzuholen.

Beispiel:

  • Im April werden in diesem Jahr erstmalig werbeabgabepflichtige Entgelte von Euro 5.000 vereinnahmt -> keine Werbeabgabe fällig
  • Im Juni werden werbeabgabepflichtige Entgelte von Euro 6.000 vereinnahmt -> es ist die Werbeabgabe für insgesamt Euro 11.000 (Monat April + Monat Juni) bis spätestens 15. August zu entrichten.

Wichtig: Die werbeabgabepflichtigen Entgelte sind stets aktuell zu halten, um das Überschreiten der Freigrenze überprüfen zu können. Außerdem sollte nach Empfehlung von LBG Österreich von Beginn an die Werbeabgabe an den Kunden verrechnet werden, auch wenn diese wegen Unterschreitens der Jahresgrenze schlussendlich nicht an das Finanzamt abgeführt werden muss.

Jahres-Veranlagung

Drei Monate nach Ablauf des Wirtschaftsjahres hat der Unternehmer auf elektronischem Wege bei Überschreiten der 10.000-Euro-Grenze eine Jahresabgabenerklärung für das vorangegangene Jahr zu übermitteln. Solange in einem Veranlagungszeitraum die Summe der abgabepflichtigen Entgelte für Werbeleistungen den Betrag von Euro 10.000 nicht übersteigt, sind diese Werbeleistungen von der Werbeabgabe befreit und es entfällt die Verpflichtung zur Einreichung einer Jahresabgabenerklärung.

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