Coronavirus: Touristiker erwarten Buchungsknick bei Gästen aus China

29. Januar 2020 Drucken
Coronavirus: Touristiker erwarten Buchungsknick bei Gästen aus China
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Aktuell spüren Reiseveranstalter keine direkten Auswirkungen des Coronavirus. In Wien rechnen die Touristiker aber mit einem „Knick“ bei Reisenden aus China. 

Das Coronavirus hält die heimische Tourismusbranche in Atem. Auch wenn Reiseveranstalter und Co. noch keine direkten Auswirkungen spüren, gibt es regelmäßige Krisenbesprechungen. In Wien rechnen die Touristiker mit einem „Knick“ bei Reisenden aus China. 

Peking hat vorige Woche alle Reiseagenturen angehalten, keine Pauschalreisen mehr ins In- und Ausland zu verkaufen.

Verkaufsverbot für Tour-Packages

Laut einer Bloomberg-Meldung erging am Freitag eine entsprechende Order des Tourismus- und Kulturministeriums an sämtliche Reiseagenturen und Tourismusfirmen. Seit Ende vergangener Woche dürfen sie vorerst keine Tour-Packages mehr verkaufen, so die Nachrichtenagentur unter Berufung auf eingesehene Dokumente. Mit der Maßnahme soll die Verbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Der Erlass kam just zu Beginn der chinesischen Neujahrsferien, in denen die Menschen in der Volksrepublik gerne verreisen.

Wien rechnet mit vorübergehendem Rückgang

Beim WienTourismus erwartet man aufgrund dieser Tatsache einen vorübergehenden Rückgang der Buchungen von Gästen aus China, sagte WienTourismus-Sprecher Walter Straßer am Montag. Der Reiseverkaufsstopp werde sich wohl auf ganz Österreich und andere Länder auswirken. Für die Stadt Wien ist China nach den USA mittlerweile der zweitstärkste Überseemarkt.

Hallstatt ohne Symptome

Ähnlich in Hallstatt, das bei Reisenden aus China ebenfalls sehr beliebt ist. „Bisher merken wir noch gar nichts“, hieß es aus dem Tourismusbüro Hallstatt zur APA. Die Hauptreisezeit für die kleine Gemeinde im Salzkammergut sei Mai bis September, wobei auch in den Semesterferien wieder mehr los sein werde als derzeit. Wie viele Chinesen tatsächlich jährlich nach Hallstatt reisen, ist nicht genau zu erfassen, da viele nur als Tagesgäste kommen.

AUA fliegt planmäßig

Bei den Austrian Airlines, die im Winter fünfmal wöchentlich nach Peking und viermal pro Woche nach Shanghai fliegen, verhält es sich ähnlich. „Derzeit sehen wir keine Auswirkungen auf die Buchungszahlen unserer China-Flüge. Es gibt auch so gut wie keine Anfragen bezüglich Stornierungen oder Umbuchungen“, so AUA-Sprecher Leonhard Steinmann. „Unsere Flüge nach Peking und Shanghai finden planmäßig statt.“

Verkehrsbüro mit ersten Stornos

Das Verkehrsbüro, Österreichs größter Tourismuskonzern, verzeichnet schon die ersten vereinzelten Stornierungen von Gruppenreisen aus China, nachdem die dortigen Behörden derartige Reisen untersagt haben. Geschäftsreisende nach China hat das Verkehrsbüro vorige Woche via Alert-Nachricht über das Coronavirus informiert. In den 25 Verkehrsbüro-Hotels in Österreich seien die Mitarbeiter angehalten, gut auf die Hygiene zu achten, sprich Hände und Oberflächen gründlich zu desinfizieren; dies aber nicht so sehr wegen des Coronavirus, sondern wegen der Grippewelle.

Österreich in 1,4 Tagen

Für den österreichischen Tourismusmarkt werden Gäste aus China wichtiger und wichtiger. 2019 stieg die Zahl der Übernachtungen von Besuchern aus China um 5,6 Prozent auf knapp 1,5 Millionen. Der typische chinesische Tourist hält sich übrigens nur 1,4 Tage in Österreich auf. Am beliebtesten bei chinesischen Gästen (betrachtet nach Übernachtungsort) waren Wien, Salzburg und Vösendorf, der Sommer war 2019 weit beliebter als der Winter. (APA/red)