Zum Anbeißen: Warum die heimische Tourismus- und Freizeitwirtschaft zufrieden ist

03. Februar 2020 Drucken
Zum Anbeißen: Warum die heimische Tourismus- und Freizeitwirtschaft zufrieden ist
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Die heimische Tourismusindustrie bleibt nach den positiven Entwicklungen der letzten Jahre optimistisch. Die Umsatzerwartungen für 2020 sind gedämpfter, aber immer noch positiv.

Die heimische Tourismusindustrie bleibt nach den positiven Entwicklungen der letzten Jahre optimistisch. Die Umsatzerwartungen für 2020 sind gedämpfter, aber immer noch positiv. Allerdings drückt der Fachkräftemangel die Stimmung, unterstreichen die Detailergebnisse des WKÖ-Wirtschaftsbarometers.

Die geplante Investitionen der Branche bleiben über dem Durchschnitt aller Sparten. Auch soll die ausgezeichnete Buchungslage für 2020 stabil gehalten werden.  Bei den Standortfaktoren werden Zustand und Angebot der Infrastruktur als entscheidend eingestuft. Auffallend: Auch die Finanzierungsbedingungen gelten seitens der Hoteliers und Gastronomen als zentrale Wachstumsbedingungen.

Die Umsatzerwartungen auf gutem Niveau

33 Prozent der Tourismus- und Freizeitbetriebe rechnen mit steigenden Umsätzen in den kommenden zwölf Monaten. Die Hälfte der Befragten aus dem Tourismusbereich gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Der Erwartungssaldo aus positiven und negativen Antworten liegt mit 19 auf einem guten Niveau und über dem Durchschnitt über alle Sparten (Saldo: 0).

Überdurchschnittliche Investitionsbereitschaft

38 Prozent der Befragten aus dem Tourismus wollen das Investitionsvolumen aufstocken, weitere 38 Prozent zumindest gleich behalten. Die Befragten aus der BSTF sind damit die einzige Sparte, die einen positiven Erwartungssaldo zu den Investitionen aufweist, für die Gesamtwirtschaft und die übrigen Sparten liegt der Saldo jeweils zumindest knapp im negativen Bereich. Ein positives Signal ist der hohe Anteil an Unternehmen, die angeben, Neuinvestitionen tätigen zu wollen. In den übrigen Sparten dominiert das Motiv Ersatzinvestitionen, im Tourismus hingegen geben 56 Prozent an, Neuinvestitionen im kommenden Jahr zu planen. Ersatzinvestitionen werden von 48 Prozent geplant.

 

Positive Buchungslage

Während über alle Wirtschaftssparten gesehen die Buchungs- und Auftragslage mehrheitlich negativ eingeschätzt wird, erreicht die erwartete Auftragslage im Tourismus noch einen positiven Wert. Dennoch ist im Vergleich zur Lage bisher zu erwarten, dass die kommenden Monate nicht mehr ganz so positiv verlaufen. Im Detail bewerten 44 Prozent der Tourismusbetriebe die bisherige Auftragslage besonders gut, aktuell gehen nur mehr 22 Prozent von einer weiter besseren Entwicklung aus. 64 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung.

Stabile Beschäftigung

11 Prozent geben an, die Beschäftigung aufstocken zu wollen, mehrheitlich (71 Prozent) wird die Beschäftigung stabil gehalten. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt knapp im negativen Bereich.

Fachkräftemangel bleibt drückend

Im Rahmen der  Umfrage für das WKÖ-Wirtschaftsbarometers wurden die Unternehmen befragt, was ihnen auf nationaler und internationaler Ebene für die weitere Entwicklung Sorge bereitet. Die größte Sorge im Tourismus ist mit Abstand der Fachkräftemangel, den 82 Prozent als Risiko nennen. Damit ist die Sorge noch stärker ausgeprägt als in den übrigen Sparten. Als weiteres Risiko stufen die Unternehmen die hohen Arbeitskosten ein. Die schwächelnde Inlandsnachfrage und schwache Wirtschaftsdynamik in Europa und insbesondere in Deutschland machen verhältnismäßig viel weniger Unternehmen im Tourismus Sorge.

Standortzeugnis: Gut mit langem Minus

16 Prozent der Befragten geben den Standortbedingungen die Note 1 (“Sehr gut”). 37 Prozent der Befragten geben Note 2 („Gut“) und und rund ein Drittel gibt den Standortbedingungen Note 3 („Befriedigend“), Note 4 oder 5 („Genügend“ bzw. „Nicht genügend“) vergeben in Summe 12 Prozent der Tourismusbetriebe.

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