Gebäudereinigung: Warum die Branche immer weniger verdient

11. Februar 2020 Drucken
Gebäudereinigung: Warum die Branche immer weniger verdient
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Im Jahr 2019 stiegen die Umsätze in der Branche der Gebäudereiniger. Dabei war der Preisdruck aber enorm, wie aktuelle Daten einer Marktstudie von Branchenradar.com Marktanalyse zur Gebäudereinigung in Österreich zeigen. Die Kostensteigerungen liegen über der gewonnen Produktivität.

Laut aktuellem Branchenradar zum Markt für Gebäudereinigung wuchs der heimische Umsatz im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 1,6 Milliarden Euro umgesetzt. Für den Anstieg war, neben anziehenden Preisen, primär eine Leistungsausweitung im Nicht-Wohnbau verantwortlich. Diese zeigte sich allen voran im Gesundheits- und Dienstleistungssektor, wenngleich auch der Wohnbau Wachstumsbeiträge lieferte. Die Zuwächse kamen aus allen Reinigungsarten mit Ausnahme der Grundreinigung.

Preise wachsen nicht mit den Kosten

Der Durchschnittspreis wuchs im Jahr 2019 auf Ebene des Gesamtmarktes um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lag der Preisauftrieb unterhalb der im Kollektivvertrag festgeschriebenen Erhöhung von nahezu dem Doppelten. Selbst unter Berücksichtigung von Produktivitätsgewinnen und Einkaufsvorteilen bei Material und Gerät deckte die Preiserhöhung die steigenden Kosten nicht zur Gänze. Im Durchschnitt wurden im abgelaufenen Jahr 19,70 Euro pro Stunde verrechnet.

Ausschreibungen drücken Preise

Insbesondere bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand und in staatlich kontrollierten Unternehmen und Institutionen war der Preisdruck wie gewohnt hoch. In Anbetracht des gültigen Bestbieter-Prinzips hätte man sich eine Änderung der Entscheidungskriterien erwartet, kann doch nicht ausgeschlossen werden, dass ein preisgetriebener Wettbewerb – zumindest indirekt – auch auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Branchenradar.com sagt auch für das laufende und kommende Jahr Umsatzsteigerungen unterhalb des erwarteten Personalkostenanstiegs voraus.

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