Österreichs Personaldienstleister sehen Fachkräftemangel

04. März 2020 Drucken
Österreichs Personaldienstleister sehen Fachkräftemangel
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Aufgrund sinkender Prognosen baut die Industrie Mitarbeiter ab. Laut dem Branchenverband Österreichs Personaldienstleister herrscht aber trotz der freigesetzter Experten weiterhin ein Mangel an Fachkräften.

Im Jänner 2020 reduzierte sich die Zahl der Zeitarbeiter gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,43 Prozent zurück auf 83.541 Beschäftigte. Gleichzeitig stieg die Gesamtbeschäftigung in Österreich in der Vergleichsperiode um 1 Prozent auf mehr als 4,1 Millionen Erwerbstätige (inkl. geringfügig Erwerbstätige). „Diese Entwicklung ist zu einem Gutteil sicher auch durch einen Wechsel von Zeitarbeitern zum Kundenunternehmen begründet. Schließlich übernehmen Unternehmen gerne unsere gut ausgebildeten Fachkräfte“, so Alexander Praschek vom Branchenverband Österreichs Personaldienstleister.

Dennoch prognostiziert Praschek anhand dieser Zahlen ein sinkendes Wachstum, das seit dem zweiten Halbjahr 2019 spürbar ist: „Die Erfahrung zeigt, dass eine Reduktion von Zeitarbeit in dieser Dimension Vorbote einer Konjunktureintrübung ist. Zeitarbeit ist ein Konjunkturbarometer“, so Praschek. Derzeit baut die Industrie aufgrund sinkender Prognosen, insbesondere im Bereich Automotive, Mitarbeiter ab. Dennoch sei Nervosität fehl am Platz, denn „wir bemerken eine ungebrochene Nachfrage nach qualifizierten Fachkräfte aus dem österreichischen Gewerbe und den KMUs“, beruhigt Praschek.

Fachkräfte dringend gesucht

Aufgrund dieser Nachfrage finden die in der Industrie abgebauten Fachkräfte derzeit schnell wieder Beschäftigung. Praschek ist überzeugt, dass sich daran auch nichts ändern wird: „Der Fachkräftemangel ist weiterhin latent und eine Herausforderung für die Personaldienstleister, die Nachfrage der Unternehmen an geeigneten Leuten befriedigen zu können.“

Die Personaldienstleister konnten im Jahr 2019 durchschnittlich 93.585 Mitarbeitern Arbeitsplätze mit voller sozialer Absicherung und kollektivvertraglich abgesicherten Löhnen und Gehältern bieten. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 2,62 Prozent, nach einem steten Wachstum in den Vorjahren.

Der Mangel an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern für offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt macht nicht nur den Personalabteilungen zu schaffen – er kostet die Unternehmen insgesamt viel Geld: Mehr als jedes dritte Unternehmen beklagt Umsatzeinbußen aufgrund des Fachkräftemangels. Die umfangreichen, durch Megatrends getriebenen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sorgen dafür, dass das Mindset gegenüber dem Skillset an Bedeutung gewinnt. Zu den wichtigsten Kompetenzen für die Arbeitswelt der Zukunft zählen insbesondere vernetztes Denken, ein breites Mindset, fachliche Kompetenz, digitales Know-how, Teamfähigkeit und Kompetenz im Umgang mit Diversität, Flexibilität und Agilität sowie Neugier und Mut.