Coronavirus: ÖHV fordert Aufstockung der Mittel

05. März 2020 Drucken
Coronavirus: ÖHV fordert Aufstockung der Mittel
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60 Prozent der Qualitätshotels berichten von Buchungsrückgängen und Einnahmenausfällen meist im vierstelligen Euro-Bereich. Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) fordert neben einer raschen unbürokratischen Vergabe auch eine Aufstockung der Mittel.

Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Österreich. Für besonders stark betroffene Unternehmen hat die Regierung ein kurzfristiges Maßnahmenpaket geschnürt, dazu gehören Kreditgarantien im Ausmaß von 10 Millionen Euro und wenn nötig auch Kurzarbeit in Betrieben.

„Alles was hilft, ist gut“, begrüßt Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), die von Bundesregierung und Wirtschaftskammer präsentierte Überbrückungshilfe. „10 Millionen Euro sind ein erster Schritt. Da liegt der Einnahmenausfall durch den Radiologenkongress höher, und der trifft nur Wiener Hotels an fünf Tagen – ohne andere Branchen und Bundesländer.“ Laut aktueller Branchenbefragung der Österreichischen Hoteliervereinigung verzeichneten Qualitätshotels wegen des Coronavirus schon nach wenigen Tagen im Durchschnitt Ausfälle in der Höhe von 25.000 Euro.

Unsicherheit wegen Coronavirus führt auch zu Druck auf dem Arbeitsmarkt

„Arbeitgeber brauchen Sicherheit – soweit das in dieser Situation möglich ist“, will Gratzer rasch Informationen für Unternehmen, wie sie an die Mittel kommen und ob es sich dabei um einen Kredit oder eine Kreditgarantie handelt, sowie eine unbürokratische Abwicklung.

Laut Zwischenauswertung einer ÖHV-Erhebung rechnet ein Drittel der befragten Betriebe damit, sich von Mitarbeitern trennen zu müssen, sollte sich die Nachfrage nicht deutlich erholen. Aktuell wird mit Überstunden- und Urlaubsabbau aktiv entgegengewirkt. „Wir werden bei der Endauswertung unserer Befragung sehen, ob die Kreditgarantie wirkt und den Betrieben mehr Sicherheit verschafft“, so Gratzer. Sollten die Mittel nicht ausreichen, müssten sie schnell und ohne Zögern aufgestockt werden, verlangt Gratzer eine rasche und laufende Überprüfung.

Kurzfristig werde die Krise Österreichs Wirtschaftswachstum um 0,1 Prozentpunkte dämpfen, aber selbst dann werde man ein Wachstum von über einem Prozent haben, sagte Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer. Einige Betriebe, Branchen und Regionen seien aber stärker betroffen. Dazu gehören die Transport- und die Tourismusbranche sowie jene, die besonders viel Handel mit dem Nachbarn Italien treiben. Das Exportvolumen nach Italien betrage rund 10 Milliarden Euro, davon kämen 3 Milliarden Euro allein aus Kärnten, sagte Mahrer.