Coronavirus: Soforthilfe für Tourismusbetriebe startet

11. März 2020 Drucken
Coronavirus: Soforthilfe für Tourismusbetriebe startet
© pixabay

Die Bundesregierung stellt nach einem Beschluss im Ministerrat als Soforthilfe Überbrückungsfinanzierungen mit einem Haftungsrahmen bis zu einer Höhe von 100 Millionen Euro für den heimischen Tourismus bereit. Ab heute 15 Uhr können betroffene Unternehmen über die ÖHT Anträge stellen.

Die Sicherstellung der Liquidität unserer Betriebe hat jetzt oberste Priorität. Dafür haben wir uns gemeinsam mit der Bundesregierung und Bundesministerin Elisabeth Köstinger eingesetzt. Die rasche und praxisnahe Umsetzung des Haftungspaketes ist ein Gebot der Stunde und wird zur Stabilisierung der heimischen Tourismusbranche beitragen“, sagt WKÖ-Präsident Harald Mahrer nach einem gemeinsamen Tourismusgipfel mit Bundesministerin Köstinger. Die Bundesregierung stellt nach dem heutigen Beschluss im Ministerrat als Soforthilfe Überbrückungsfinanzierungen mit einem Haftungsrahmen bis zu einer Höhe von 100 Mio. Euro für den heimischen Tourismus bereit. „Ab heute, Mittwoch, 15 Uhr, können betroffene Tourismusbetriebe über eine digitale Einreichplattform der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ihre Anträge stellen. Wir gehen davon aus, dass dieses Angebot von unseren Betrieben intensiv nachgefragt wird“, erklärt Mahrer.

Die Maßnahme wurde am vergangenen Freitag vorgestellt, die Umsetzung sei jetzt „überraschend“ schnell gelungen, so Mahrer. Köstinger erklärte dazu, speziell die Tourismusbranche sei von den Auswirkungen der Virus-Verbreitung „sehr intensiv betroffen“; dies habe sich durch das am Dienstag von der Bundesregierung präsentierte Maßnahmenpaket weiter verschärft. Touristen aus Asien seien schon bisher ausgeblieben, seit der Verschärfung in Italien würden auch die Touristen aus Italien „massiv“ fehlen.

Vom Maßnahmenpaket profitieren auch Mischbetriebe

Der Bund finanziert eine einmalige Haftungsgebühr von einem Prozent der Kreditsumme und dann eine jährliche Gebühr von 0,8 Prozent. Das heißt, bei voller Ausschöpfung und einer dreijährigen Laufzeit würden der Republik Kosten bis zu 3,4 Mio. Euro entstehen. Die Laufzeit der Kredite werde wohl zumindest drei Jahre betragen, sagte vergangene Woche ÖHT-Vorstand Wolfgang Kleemann. Er geht davon aus, dass die Branche mit den nun zugesagten 100 Mio. Euro Kreditvolumen auskommen wird.

Busunternehmen, die auch ein Reisebüro angeschlossen haben (400 von 1.000 Busunternehmen haben auch ein Reisebüro) sowie Reisebüros, die kein Incoming-Geschäft haben, d.h. nur Gäste aus dem Inland aufweisen. Durch die aktuelle Entwicklung im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus haben derzeit alle Branchen in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft mit massiven wirtschaftlichen Auswirkungen zu kämpfen. Knapp 90 Prozent aller Tourismusbetriebe sind KMU – für sie ist die Sicherstellung ihrer Liquidität entscheidend.

„Umso wichtiger ist daher die konkrete und unbürokratische Hilfe, denn unsere oberste Priorität als Interessensvertretung muss es weiterhin sein, den Unternehmen Sicherheit und Stabilität in einer Situation der Verunsicherung geben. Wir sind dankbar, dass wir durch die gute Zusammenarbeit mit Bundesministerin Köstinger und der Bundesregierung das Soforthilfepaket so rasch auf Schiene bringen konnten“, sagt Mahrer.

WKÖ Coronavirus-Infopoint steht Betrieben als Soforthilfe zur Seite

Mit dem WKÖ Coronavirus-Infopoint steht die Wirtschaftskammer den Betrieben als erster Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite. Alle Informationen sind auf wko.at/coronavirus abrufbar. Darüber hinaus steht der Infopoint telefonisch unter 05-90900-4352 von Mo-Fr 9:00-20:00 Uhr bzw. über E-Mail: Infopoint_Coronavirus@wko.at für Fragen zur Verfügung. (APA/red)