Coronavirus: Startups rufen zu Hackathon auf

18. März 2020 Drucken
Coronavirus: Startups rufen zu Hackathon auf
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Die Linzer Strada del Startup setzt auf neue Ansätze fürs Gemeinwohl in der allgemeinen Coronavirus Tristesse.

Das Coronavirus verändert unser Leben, unser Alltag verändert sich und wir sind mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert. Grund genug, dass die Linzer Startups der Strada del Startup kurzfristig einen spontanen Hackathon zum Thema „Startups vs. Corona – wie wir mit Technologie die Krise besser überstehen“ vom 13. bis 15. März 2020 einberufen haben. In Folge haben verschiedene Teams zukunftsweisende Lösungen zu relevanten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen entwickelt.

Die von den Linzer Experten aufgegriffenen Fragestellungen sind: „Wie komme ich zu Nahrung, wenn ich erkrankt bin und Menschenmassen meiden soll?“, „Wie kann das soziale Leben und Bildung weitergehen, wenn man persönliche Kontakte minimieren soll?“, „Wie kann man sich finanziell absichern, wenn der wirtschaftliche Ausfall noch länger dauert als bis April?“ und „Welche alternativen Finanzierungsquellen können Unternehmen nutzen, um ihren Fortbestand zu sichern?“ Aus diesen Fragen haben die Experten folgende originelle Ansätze entwickelt. Ziel der Experten war es schnelle Lösungen für akute Probleme zu finden, aber auch langfristige Lehren aus der Krise zu ziehen. Natürlich alles über Remote-Arbeit.

Coronavirus: Essenszustellung für erkrankte Menschen

In den Supermärkten bilden sich immer wieder längere Schlangen und Menschenansammlungen, besonders älteren Menschen wird empfohlen, solche Ansammlungen zu meiden. Bereits erkrankte Menschen sollten das Haus oder die Wohnung keinesfalls verlassen, um keine Mitbürger anzustecken. Lebensmittel braucht jedoch jeder und oft kann nur begrenzte Zeit auf Reserven zurückgegriffen werden. Immer öfter engagieren sich freiwillig jüngere und gesunde Menschen, um Lebensmittel für andere einzukaufen.

Mit dem Projekt Brot&Milch entstand im Rahmen des Hackathons eine Plattform, um bedürftige Menschen mit jungen „Shoppern“ zu vernetzen und so einen flächendeckenden Service, vorerst für Linz und Umgebung, anbieten zu können. Die Abwicklung über die Onlineplattform ermöglicht es älteren bzw. erkrankten Menschen, ohne Kontakt an Lebensmittel zu kommen. Die Bestellungen werden gezielt den richtigen Einkäufern zugewiesen, damit diese die Einkäufe koordiniert erledigen können.

Durch die Möglichkeit der Online-Bezahlung mittels Banküberweisung kann der Einkauf einfach vor der Tür des Kunden abgestellt werden, um persönlichen Kontakt und damit Infektionsgefahr des Coronavirus zu vermeiden. Brot&Milch ist eine unabhängige Vermittlungsplattform, daher gibt es keine Einschränkungen bei der Wahl der Geschäfte und sämtliche, freiwillige Lieferanten können eingebunden werden.

Peter Feilmayr, einer der beiden Gründer von Brot&Milch, dazu: “Wo sich unsere Plattform langfristig hin entwickelt, ist uns selbst noch nicht bewusst. Der Hauptfokus liegt im Moment ganz klar darauf schnelle Hilfe anbieten zu können und Menschen in Not zu unterstützen. Durch den gezielten Einsatz von Technologie wird die Koordination effektiver und es kann mehr Menschen geholfen werden.” Weitere Informationen: www.brotundmilch.at

Digitaler Kongress zu Nachhaltigkeit

Alle Events in der Startup Welt wurden abgesagt, darunter auch das 4GAMECHANGERS Festival. Der optimale Zeitpunkt, um sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und einen digitalen Nachhaltigkeitskongress zu veranstalten. Um dieses Networking mit Feedback einzuholen und Innovationen zu ermöglichen, veranstaltet Blue Monday Project gemeinsam mit Das Merch. den „“Blue Monday Sustainability Summit“ am 25. bis 26. März.

Initiator Dennis Platzl dazu: „Wir wollen Startups, Corporates und Ideengebern die Möglichkeit bieten, trotz aktueller Umstände an Ideen zu schrauben, sich Feedback einzuholen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.“ Nähere Infos und Tickets zum „Blue Monday Sustainability Summit“ finden sich hier.

Coronavirus-Betriebsunterbrechungsversicherung auf der Blockchain

Viele Unternehmen erleiden oftmals Betriebsunterbrechungen durch den Coronavirus und damit wirtschaftlichen Schaden. Versicherungen übernehmen dieses Risiko nicht, da konzentrierte Katastrophenrisken die Solvenz der Versicherungsgesellschaften selbst gefährdet. Fakt ist auch, dass der Markt in diesem Fall weitgehend versagt. Das Linzer Startup finothek und der niederösterreichische IT-Dienstleister CodingYourLife haben nun einen Showcase für einen Versicherungsmarktplatz für CoV-bedingte Betriebsunterbrechungen entwickelt, wo Investoren bereits mit kleinen Beiträgen Unternehmern Planungssicherheit geben können. Der Investor übernimmt das Risiko mit einem selbst gewählten Betrag und definiert eine Prämie, die er für die Übernahme des Risikos erhalten möchte. Das Unternehmen kann das günstigste Angebot wählen und ist somit gegen einen potenziellen Schaden durch eine Verlängerung der Coronakrise abgesichert.

Im Hintergrund werden die Verträge auf der Ethereum-Blockchain abgebildet und Anbieter und Nachfrager zum günstigsten Preis auf der Webplattform zusammengeführt. Mit herkömmlichen Lösungen müssten dazu eine Versicherung und eine Bank zusammenarbeiten, um die Risiken als Wertpapiere zu verbriefen, sog. Katastrophenanleihen. Im Demofall übernehmen alles Smart Contracts auf der Blockchain. Vorerst handelt es sich dabei um einen Showcase, der aufgrund der komplexen aufsichtsrechtlichen Situation nicht in den Livebetrieb gestellt werden kann. Es soll jedoch anhand einer akuten Problemsituation, bei dem Unternehmen unversichert zurück bleiben, gezeigt werden wie man durch Technologie bisher ungelöste Probleme lösen kann.

Markus Waghubinger, Gründer der finothek erklärt: „Die Coronakrise zeigt, dass ein vollständiger Marktplatz für die Absicherung von (Unternehmens-) Risiken fehlt. In zwei Tagen Entwicklung konnten wir die Demo eines smarten Vertrags und einen Marktplatz dazu erstellen, wo man ohne Umwege direkt den risikobereiten Anleger und das zu versichernde Unternehmen verbindet. Für die aktuelle Krise können wir damit leider keine kurzfristige Lösung anbieten, aber zumindest eine neue Lösung für die Zukunft aufzeigen.” Für eine Umsetzung, gemeinsam mit Versicherungen oder Banken, sind finothek und CodingYourLife auf alle Fälle offen. Interessierte mit eigenem Kovan Etherwallet (MetaMask) können den Testprozess als Investor oder Versicherungsnehmer  ausprobieren.

Überbrückungsfinanzierung durch die Crowd

Mit Conda Crowdfunding hat auch ein Finanztechnologie-Unternehmen der Strada del Startup, das bereits über die Startup-Phase hinaus am Finanzierungsmarkt etabliert ist, eine neue Lösung für das wirtschaftlich angespannte Umfeld anzubieten. Ab sofort können unter www.conda-hilft.at Unternehmen, die finanzielle Engpässe durch die aktuelle Krise zu verzeichnen haben, rasch und einfach Finanzierungen über die Crowd – also eigene Kunden, Lieferanten, Freunde und Fans – einsammeln. Conda kümmert sich um die rasche, unbürokratische und vor allem rechtskonforme Abwicklung und steht dabei mit Rat und Tat zur Seite. Durch das innovative Darlehensmodell von Conda können Unternehmen die Finanzierungskosten (Zinsen etc.) auch in Form von Gutscheinen, Dienstleistung etc. (zurück) zahlen und somit das Geschäft der Zukunft ankurbeln.