Datenverlust kostet Unternehmen fast 900.000 Euro im Jahr

19. März 2020 Drucken
Datenverlust kostet Unternehmen fast 900.000 Euro im Jahr
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Unternehmen verwalten heute im Schnitt fast 40 Prozent mehr Daten als noch vor einem Jahr. Mit diesem rasanten Wachstum gehen neue Herausforderungen einher.

So glaubt die große Mehrheit, dass ihre aktuellen Datensicherheitslösungen ihren zukünftigen Geschäftsanforderungen nicht mehr gerecht werden und akuter Datenverlust die Folge sein könnte. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie von Dell Technologies.

Der „Global Data Protection Index 2020 Snapshot“ ist die vierte Auflage der Studie, mit der Dell Technologies den Reifegrad von Datensicherungsstrategien misst und bewertet, wie gut Unternehmen weltweit gegen Datenverlust geschützt sind. Für die neue Studie wurden Ende 2019 weltweit 1.000 IT-Entscheider befragt. Die Umfrage offenbart ein gewaltiges Datenwachstum in den Unternehmen. So verwalteten sie im Jahr 2019 durchschnittlich 13,5 Petabyte (PB) an Daten – und damit fast 40 Prozent mehr als noch vor einem Jahr (9,7 PB). Im Vergleich zu 2016, als 1,45 PB an Daten in Unternehmen vorgehalten wurden, entspricht das sogar einem Wachstum von satten 831 Prozent.

Eine große Bedrohung für diese Daten ist die steigende Anzahl von Störereignissen wie Cyber-Attacken und Systemausfällen. Waren im Jahr 2018 noch 76 Prozent der befragten Unternehmen von solchen Ereignissen betroffen, galt das im Jahr 2019 bereits für 82 Prozent. Als besonders anfällig zeigten sich dabei Unternehmen, die Datensicherheitslösungen mehrerer Anbieter im Einsatz haben. Sie wurden etwa doppelt so oft von Vorfällen heimgesucht, die den Datenzugriff einschränken. Dennoch verfolgen immer mehr von ihnen genau diesen Ansatz. 80 Prozent der Befragten – und damit 20 Prozentpunkte mehr als noch 2016 – gaben an, Lösungen von zwei oder mehr Anbietern zu nutzen.

Kosten für Datenverlust sind enorm

Die Kosten, die den Unternehmen durch diese Störereignisse entstehen, steigen mit alarmierender Geschwindigkeit. So betrugen die geschätzten jährlichen Kosten für Ausfallzeiten 2019 im Durchschnitt rund 719.000 Euro. Im Jahr 2018 lagen sie noch bei rund 467.000 Euro. Auch die geschätzten durchschnittlichen Kosten für Datenverluste gingen deutlich in die Höhe und betrugen 2019 rund 900.000 Euro. 2018 waren es noch etwa 883.000 Euro. Sprunghaft angestiegen sind diese Kosten dabei vor allem in Unternehmen, die Sicherheitslösungen von mehr als einem Anbieter im Einsatz haben. Die durch Ausfallzeiten verursachten Kosten verdoppelten sich bei ihnen nahezu, die Kosten aufgrund von Datenverlusten verfünffachten sich sogar beinahe.

Fast alle der befragten Unternehmen investieren in neue Technologien. Die Top Fünf bilden dabei Cloud-native Anwendungen (58 Prozent), Künstliche Intelligenz und Machine Learning (53 Prozent), SaaS-Anwendungen (51 Prozent), 5G- und Cloud-Edge-Infrastrukturen (49 Prozent) sowie Internet-of-Things- und Endpunkt-Lösungen (36 Prozent). Knapp drei Viertel der Befragten (71 Prozent) gehen davon aus, dass diese Technologien die Datensicherheit weiter verkomplizieren. 61 Prozent sind sogar der Meinung, dass neue Technologien ein echtes Risiko für die Datensicherheit bedeuten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die solche Technologien einsetzen, tun sich schwer, adäquate Sicherheitslösungen dafür zu finden.

Zweifel an der eigenen Infrastruktur

Ihre Sorgen um eine angemessene Datensicherheit beziehungsweise drohenden Datenverlust wachsen weiter, wenn die Befragten an zukünftige Geschäftsanforderungen denken. 81 Prozent befürchten, dass sich mit ihren vorhandenen Lösungen nicht alle davon erfüllen lassen. Zweifel haben sie vor allem an einer vollständigen Wiederherstellung von Daten nach einem Cyber-Angriff (69 Prozent) oder einem Datenverlustvorfall (64 Prozent), der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zum Datenschutz (62 Prozent) und der Erfüllung der Service-Level-Ziele für Backup und Recovery (62 Prozent).

Führen Unternehmen neue Geschäftsanwendungen ein, präferieren sie dabei Cloud-Ansätze. So nutzen 43 Prozent Public Clouds als Bereitstellungsumgebung, 42 Prozent Hybrid Clouds und 39 Prozent Private Clouds. Als größte Vorteile der Public Clouds sehen sie dabei vor allem bessere Performance (61 Prozent), erhöhte Sicherheit (59 Prozent) und einen zuverlässigeren Datenschutz (56 Prozent).

Dementsprechend erwarten die befragten Unternehmen von den Datensicherheits-Anbietern, dass sie effektive Lösungen für diese Umgebungen bereitstellen. So finden es 85 Prozent sehr wichtig, dass Anbieter mit ihren Lösungen Cloud-native Anwendungen schützen können. Da außerdem immer mehr Daten durch Edge-Umgebungen fließen, präferieren viele Befragte Cloud-basierte Backups. 62 Prozent sehen Private Clouds und 49 Prozent Public Clouds als Ansatz, um Daten, die an Edge-Standorten entstehen, zu verwalten und zu schützen.

Daten werden verstärkt zur Wertschöpfung genutzt

Des Weiteren zeigen die Studienergebnisse das weiter steigende Bewusstsein für die Bedeutung der Daten und ihre immer stärkere Verwendung zur Umsatzgenerierung. So gaben in der aktuellen Umfrage 80 Prozent der Befragten an, dass sie den Wert ihrer Daten zu schätzen wissen und sie bereits zur Wertschöpfung heranziehen oder planen, das in Zukunft zu tun. Bei der Umfrage im Jahr 2018 traf das noch auf 74 Prozent zu. „Daten sind das Herzblut von Unternehmen und der Schlüssel für ihre digitale Transformation“, sagt Stefan Trondl, General Manager, Dell Technologies Österreich und weist damit auf die Sensibilität des Themas hin.