Coronavirus: Warten auf Details des Hilfspakets

24. März 2020 Drucken
Coronavirus: Warten auf Details des Hilfspakets
© Adobestock/alphaspirit

Diese Woche sollten die gesetzlichen Bestimmungen zum 38 Milliarden Euro schweren Hilfspaket für die heimische Wirtschaft in der Coronavirus-Krise fixiert werden. Die bisher bekannt gewordenen Kriterien sind von Arbeitgebern wie auch Arbeitnehmern sehr positiv aufgenommen worden.

Einige Details des Hilfpakets für die durch  das Coronavirus ins Straucheln geratene heimische Wirtschaft sind aber noch offen, die letztlich aber für den Erfolg noch entscheidend sein könnten. Ein Punkt, der etwa den Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern von BDO besonders am Herzen liegt, sind die Garantien des Bundes für Kredite. BDO-Partner und Geschäftsführer Peter Bartos: „Die müssten unbedingt 100 Prozent der Kreditsumme umfassen, damit Banken ohne weitere Bonitätsprüfungen die Kredite auszahlen können.“

In früheren Hilfsaktionen haftete die Republik lediglich für 80 Prozent der Kreditsummen. Daher mussten die Banken für die restlichen 20 Prozent ihr Risiko prüfen. Die Unternehmen mussten alte Geschäftsberichte einreichen, diesmal müssten sie wohl auch belegen, dass trotz Corona-Krise ihr Fortbestand gesichert ist. Diese Verfahren würden aber viel Zeit kosten und die schnelle Kreditgewährung behindern.

Dass die Behörden den Banken bei der Unterlegung der Kredite mit Kapital entgegenkommen ändere nichts daran, dass das Risiko geprüft werden müsse, wenn die Banken einen Teil davon übernehmen, warnt Bartos. Insofern warte man gespannt auf die konkrete gesetzliche Umsetzung der Ankündigungen.

Coronavirus: Wer zahlt bei Erkrankung?

Ein anderer Punkt sei die Übernahme der Löhne, auch wenn ein Arbeitnehmer in der Kurzarbeit krank wird. Üblicherweise muss in diesem Fall der Arbeitgeber einspringen, diesmal könnte auch da das Arbeitsmarktservice zahlen.

Bartos bewertet die bisherige Umsetzung der Steuerstundungen sehr positv, die zügig und unbürokratisch erfolgt sei, die Finanzbehörden hätten sehr flott, teilweise innerhalb von Stunden, reagiert. „Da gab es eine sehr pragmatische Vorgangsweise, da ist auch schon viel passiert“,  so seine lobenden Worte. Aber man sollte schon etwas vorausdenken, an Dinge die „übermorgen“ relevant sein werden.

Das wäre aber nur der erste Schritt gewesen. „Jetzt sind Liquiditätshilfen das Allerwichtigste, aber man wird auch Branchen mit Totalausfall oder weitgehendem Ausfall regeln müssen“, erklärt Bartos. Da werde es dann Probleme mit dem ausbleibenden Gewinn geben. Dann würden sich einige Kreditfinanzierung nicht leisten können, sondern man werde Rückzahlungen erlassen oder Förderungen ausgleichen müssen. Allerdings müsse man dann klar trennen zwischen den Opfern der Corona-Krise und Unternehmen, die ohnehin schon „an der Kante“ standen. „Der Punkt wird sicher kommen“, so Bartos abschließend.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.