Coronavirus in Gastro und Tourismus: Jeder Zweite glaubt an Arbeitslosigkeit

30. März 2020 Drucken
Coronavirus in Gastro und Tourismus: Jeder Zweite glaubt an Arbeitslosigkeit
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Eine aktuelle hokify-Umfrage zur Coronavirus-Krise mit 352 Teilnehmern hat ergeben, dass vor allem Gastro- und Tourismusbranche durch Kündigungen betroffen sind. Jeweils jeder Zweite geht davon aus, in den nächsten drei Monaten seinen Job zu verlieren.

Die Coronavirus-Krise hat große Auswirkung auf den Arbeitsmarkt. Manche Branchen sind deutlich härter betroffen als andere: Besonders die Gastronomie- und Tourismusbranche (61 Prozent) sowie die Baubranche und Produktion (48 Prozent) waren im März von Kündigungen betroffen. Kurzarbeit betrifft vor allem die Reinigungsbranche (36 Prozent) und Technische Berufe (29 Prozent). Homeoffice ist in der Büro- und Administrationbranche (31 Prozent) sowie in IT (58 Prozent) am meisten verbreitet.

Im Handel zeigt sich ein geteiltes Bild. Hier sind 40 Prozent der Befragten von Kündigungen betroffen, gleichzeitig gaben knapp zehn Prozent an, derzeit mehr Arbeit zu haben, das betrifft vor allem den Lebensmittelhandel. In der Gesundheitsbranche wirkt sich die Corona-Krise durch mehr Arbeit aus. Im Handwerk gab rund ein Drittel an, dass sich durch Corona keine Auswirkungen auf den Arbeitsalltag bemerkbar machen.

Zwei von Drei erwarten in den nächsten Monaten Kündigung oder Kurzarbeit Die Zukunftserwartungen am heimischen Arbeitsmarkt sind getrübt. In den nächsten drei Monaten rechnen 40 Prozent der Befragten mit einer Kündigung, weitere 25 Prozent mit Kurzarbeit. Hingegen gaben 17 Prozent an, dass sie in den nächsten drei Monaten von einer höheren Arbeitsbelastung ausgehen.

Coronavirus: Wie lange bis zur Normalisierung?

Die Frage, wie lange es bis zu einer Normalisierung der Lage noch dauern wird, wurde skeptisch beantwortet: Ein Drittel der Befragten geht von einer Normalisierung nach bis zu einem halben Jahr aus. Ein Fünftel denkt, dass dies länger als ein halbes Jahr dauern wird. Am optimistischsten sehen das Arbeitnehmer in Büro- und Administrationsberufen: 53 Prozent gaben an, dass sich die Lage innerhalb der nächsten drei Monate normalisiert. Es handelt sich hier jedoch um die Berufe, die einfacher von zu Hause aus arbeiten kann.

Jeder Zweite würde für Arbeitgeber auf einen Teil des Lohns verzichten Mit der neuen Kurzarbeit sollen Unternehmen Mitarbeiter leichter im Unternehmen behalten, trotzdem kam es im März zu vielen Kündigungen, Gastronomie- und Tourismusbranche sind davon besonders betroffen. “Kurzarbeit ist eine Maßnahme, die unter Arbeitnehmern durchaus Akzeptanz findet.” sagt Karl Edlbauer, Geschäftsführer von hokify.

Das zeigt auch die Umfrage: Knapp 60 Prozent sind bereit auf einen Teil des Lohns zu verzichten, um die eigene Firma zu unterstützen. Nur rund 30 Prozent können sich das gar nicht vorstellen. „In Krisenzeiten zeigen Arbeitnehmer am gewerblichen Arbeitsmarkt eine deutliche Loyalität und viel Verständnis für die Situation der Unternehmen. „Die Umfrage zeigt jedoch auch, dass die verschiedenen Branchen unterschiedlich stark von Kündigungen betroffen sind. Die Zugriffe in einigen Branchen haben sich auf unserer Job-Plattform in den letzten Tagen verdoppelt. Neben Netflix und Co. wird auch mehr nach Jobs gesucht, für manche Branchen ergibt sich die Möglichkeit jetzt gefragte Fachkräfte zu erreichen.“

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.