Coronavirus-Pandemie: Drastische Auswirkungen auf die Hotelbetriebe

02. April 2020 Drucken
Coronavirus-Pandemie: Drastische Auswirkungen auf die Hotelbetriebe
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Der heimische Tourismus, allen voran die Hotelleriebranche, befürchtetet durch das Coronavirus drastische Einbußen in den nächsten Monaten. Allein in Wien soll der Einbruch rund 50 Prozent betragen.

Das Coronavirus wirft die österreichische Tourismusbranche in eine noch nie dagewesene Krise. Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner von MRP hotels, sieht enorme
Auswirkungen: „Die Auslastung der Tourismusbetriebe wird in Wien auf 45-55 Prozent fallen, die Anzahl der Übernachtungen in Österreich möglicherweise von 150 Millionen auf unter 100 Millionen sinken. Das Ausmaß dieses Abschwungs stellt alle zuvor bewältigen Krisen ganz klar in den Schatten.“

Die Intensität der globalen Vernetzung, mit der wir heutzutage leben, zeigt, wie schnell sich ein Virus wie der Coronavirus verbreiten und eine globale Industrie zum Stillstand kommen kann. Durch den drastischen Rückgang der Auslastung der Tourismusbetriebe in Österreich wird die sonst so florierende Branche mit massiven Einbrüchen zu kämpfen haben. Obwohl die Tourismusindustrie sich davor in einer absoluten Hochphase befunden hat, sind die Puffer und Reserven sehr klein. Betriebe, die schon vor der internationalen Krise an der Kippe standen, werden es schwer haben Hilfe zu bekommen.

Laut dem Branchenexperten Martin Schaffer wird die Tourismusindustrie mit den Auswirkungen langfristig zu kämpfen haben: Die Arbeitslosenzahlen im Tourismus werden auch nach Eröffnung der Hotels nicht auf das Vorjahresniveau sinken, da Hotels mit weniger Auslastung rechnen müssen. Pacht- und Mietverträge werden neu durchdacht, wodurch die Renditen mittelfristig sinken werden. Was mit geplanten Projekten passiert ist noch nicht gewiss, die Reaktion der Banken bei Developments ist noch sehr ungewiss.

Coronavirus: Gute Chance auf einen schnellen Rebound

Ein Lichtblick nennt Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner von MRP hotels: „Die Tourismusindustrie meistert Krisen erstaunlich gut und gilt ganz klar weiterhin als globale Wachstumsindustrie. Nach der Finanzkrise im Jahr 2008 dauerte der Rebound immerhin fast nur 12 Monate, wobei damals der „Gegner“ nicht so mächtig war. China beispielsweise ist derzeit einen Monat voraus, auch hier steigt die Auslastung wieder. Jetzt gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen, es geht derzeit den meisten Hotelbetrieben ähnlich.“

Die national dominierte Ferienhotellerie wird nach der Krise wohl am stärksten profitieren: In Österreich werden voraussichtlich individuell Freizeitreisende, sowie Einzel-Geschäftsreisende aus den Inlandsmärkten am schnellsten zurückkehren. Das Gruppenbusiness hingegen wird nur langsam starten und sich langfristig drastisch verändern. Metropolen mit hohem internationalen Gästeanteil und vielen Kongressen – wie zum Beispiel Wien – werden wohl am schwersten den Weg zurückfinden.

MRP hotels hat dazu ein umfangreiches Paper erstellt und einen Infopoint auf dieser Website eingerichtet.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.