Bioenergiepaket für mehr Klimaschutz

03. April 2020 Drucken
Bioenergiepaket für mehr Klimaschutz
© pixabay

Der Österreichische Biomasse-Verband legt gemeinsam mit der Forstwirtschaft und den Leitbetrieben der Holzindustrie ein Sofort-Maßnahmenpaket vor, das in wenigen Monaten umsetzbar ist und mehr als 25.000 Arbeitsplätze sichern soll.

Mit dem vorliegenden Paket sollen mehr als 25.000 Arbeitsplätze gesichert, die erneuerbare Energieproduktion um 8 Prozentpunkte erhöht, die CO2-Emissionen um 3 Millionen Tonnen gesenkt und damit der Klimaschutz erhöht werden. Zudem sollen 3 bis 4 Millionen Festmeter ungenutztes Schadholz zwischengelagert und verwertet werden sowie 4,5 Milliarden Euro an Investitionen ausgelöst werden.

„Bioenergie ist der mit Abstand bedeutendste heimische Energieträger und mit den vorhandenen Ausbaupotenzialen die Basis der Energiewende sowie für einen ernstgemeinten Klimaschutz. Das vorgelegte Maßnahmenpaket belebt die regionale Wirtschaft, schafft Tausende Arbeitsplätze und vereint Wald-, Umwelt- und Klimaschutz. Es ist eine Vorwärtsstrategie gegen die drohende Rezession und wertvolles Signal in Richtung Klimaschutz. Wir wollen unsere Verantwortung für unsere gemeinsame Zukunft wahrnehmen, benötigen durch die Auswirkungen der Corona-Krise und die durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe ausgelösten Borkenkäferschäden Hilfe von der Regierung“, sagt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Vorsitzender des Ausschusses Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer Österreich.

Konkret werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Sofortige Verlängerung des Biomasse-Grundsatzgesetzes zum Erhalt bestehender Anlagen
  • Vorzug des Ausbaus der Stromerzeugung aus Holz-KWK-Anlagen im Ökostromgesetz auf 3 TWH bis 2025; Abbau der Warteschlange für Neuprojekte noch im Jahr 2021
  • Rasche Umsetzung der Maßnahme „Raus aus dem Öl“ im Wärmemarkt
  • Aufstockung der Fördermittel für Biomasse zur Realisierung von 250 MW in Nah- und Fernwärmeanlagen und 100 MW in Prozesswärmeanwendungen bis 2025
  • Sofortige Planung und Umsetzung von mehreren Großlagern (> 2 Mio. FM) für niederwertiges Schadholz bis Ende 2021 zur Abfederung und Nutzbarmachung von Schadholz
  • Errichtung von Reallaboren zur Einspeisung von Holzgas
  • Errichtung von Großanlagen zur Versorgung der land- und forstwirtschaftlichen Maschinenparks mit fortschrittlichen Biokraftstoffen

Das gemeinsam getragene Paket soll ein erster Schritt zur intensiven Zusammenarbeit der Forstwirtschaft, Holzwirtschaft und des Bioenergiesektors im Rahmen der Vorwärtsstrategie „Forst Holz Energie“ sein – mit dem Ziel der Energiewende und dem schnellen Ausstieg aus der fossilen Energieabhängigkeit.

Aktivitäten für den Klimaschutz

„Die Nutzung von Biomasse als Energieholz ist für uns wirtschaftlich von großer Bedeutung, da sie Verwertungsmöglichkeit für bisher nicht absetzbare Holzsortimente geschaffen hat. In vielen Fällen ist die Nutzung von Biomasse ökologisch notwendig, da dem Wald kritisches Brutmaterial etwa für Waldschädlinge wie dem Borkenkäfer entzogen wird“, sagt Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste (ÖBf).

„Die Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm eine Holzbauoffensive, Investitionen in die Bioökonomie und eine Forcierung der Energiewende vorgesehen. Diese Maßnahmen helfen dabei, dass die Wirtschaft nach den Corona-Beschränkungen rasch wieder Fahrt aufnehmen kann, Arbeitsplätze neu geschaffen und Einkommen gesichert werden können. Außerdem dienen diese Aktivitäten dem Klimaschutz und geben damit auch unseren Kindern und Enkelkindern neue Hoffnung“, ist sich Rudolf Maximilian Rosenstatter, Obmann Waldverband Österreich, sicher.

Detaillierte Information zur Holzenergie sind in der von 300 Unternehmen der Wertschöpfungskette Holz getragenen „Welser Erklärung zur Holzenergie“ aufgearbeitet; sie ist hier abrufbar.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.