Beschäftigte blicken noch optimistisch in die wirtschaftliche Zukunft

14. April 2020 Drucken
Beschäftigte blicken noch optimistisch in die wirtschaftliche Zukunft
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Die Coronakrise hat das Arbeitsleben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Ein großer Teil der Beschäftigten ist von Home Office, Kurzarbeit oder Kündigung betroffen. Deutlich mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Österreich meint aber, dass die Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsplätze genau richtig seien.

Eine erste Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich zeigt, dass die Beschäftigten nach wie vor zuversichtlich in Bezug auf die Krisenbewältigung und die wirtschaftliche Entwicklung nach der Coronakrise sind. „Wir haben mit der Vereinbarung zur Kurzarbeit und der Empfehlung zum Home Office zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Maßnahmen angestoßen“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer.

Deutlich mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Österreich meint, dass die Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsplätze genau richtig seien. Ein Drittel erwartet sich noch mehr und effektivere Maßnahmen von der Bundesregierung. Knapp die Hälfte ist mit dem Schutz der Beschäftigten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zufrieden – vier von zehn Arbeitnehmern/-innen wünschen sich aber weitreichendere Initiativen zum Erhalt der Gesundheit.

Seit Ausbruch der Coronakrise sind laut den Erhebungen zum Österreichischen Arbeitsklima Index 40 Prozent ausschließlich oder zumindest teilweise im Home Office tätig – zuvor waren es knapp 20 Prozent, die zumindest hin und wieder von zuhause aus arbeiteten. Frauen sind deutlich häufiger im Home Office als Männer. In Kurzarbeit waren zum Zeitpunkt der Befragung (Ende März) elf Prozent der Befragten, arbeitslos sieben Prozent – die Hälfte davon mit einer Wiedereinstellungszusage ihres Arbeitgebers.

Fast vier von zehn Beschäftigten im Home Office arbeiten jetzt zu Tageszeiten, an denen sie früher nicht gearbeitet haben z.B. nachts oder am Wochenende). Das betrifft insbesondere Eltern von schulpflichtigen Kindern. Bei ihnen sind die Arbeitsbelastungen teilweise deutlich gestiegen, etwa Stress (von 41 auf 53 Prozent), Zeitdruck, Überlastung, Isolation am Arbeitsplatz oder ständige Wechsel der Arbeitsabläufe. Bei Beschäftigten ohne Kinder stellt sich der Arbeitsalltag hingegen derzeit weniger belastend dar als vor der Krise.

Home Office auch nach der Krise

Beinahe zwei Drittel der Beschäftigten, die derzeit von zuhause aus arbeiten, sehen im Home Office auch Vorteile, die der Betrieb auch nach der Krise nutzen sollte. Hier sprechen sich überwiegend Frauen (nämlich zu drei Viertel) für die Vorzüge der Heimarbeit aus. Bei den Männern befinden „nur“ 46 Prozent, dass Heimarbeit auch etwas Gutes an sich hat. Jedenfalls erleichtert Home Office die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben. Zumal ein knappes Viertel aller Beschäftigten mit betreuungspflichtigen Kindern beklagt, dass es Schwierigkeiten im Betrieb gab, für die benötigte Betreuungszeit frei zu bekommen.

Jeweils knapp über 40 Prozent der Personen in Kurzarbeit, der Beschäftigten mit Kindern und der Arbeitslosen sehen sich durch die Coronakrise in der persönlichen und beruflichen Existenz gefährdet. Insgesamt bangt ein Viertel der Beschäftigten um die eigene Existenz – das heißt aber umgekehrt: Drei Viertel fühlen sich kaum oder gar nicht existenzbedroht.

Acht von zehn Arbeitnehmer/-innen meinen, dass Österreich die Krise bisher gut bewältigt hat. Drei Viertel sind optimistisch für ihr Unternehmen, sechs von zehn blicken (noch) positiv in die Zukunft der österreichischen Wirtschaft. „Diese Zahlen und Fakten zeigen, dass die Sozialpartner mit der Einigung über die Kurzarbeit und der Empfehlung zum Home Office Vieles richtig gemacht haben“, so Kalliauer. Das wissen auch die Beschäftigten zu schätzen: Drei Viertel sagen, dass die Krise zeigt, wie wichtig die Sozialpartnerschaft in Österreich ist.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.