Härtefall-Fonds: Geforderte Erweiterungen werden nun umgesetzt

04. Mai 2020 Drucken
Härtefall-Fonds: Geforderte Erweiterungen werden nun umgesetzt
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Knapp 130.000 Anträge auf Schnellhilfe wurden in der ersten Phase des Härtefall-Fonds beantragt und rund 110 Millionen Euro wurden ausbezahlt. Nachdem bei der Einführung von Phase 2 des Härtefall-Fonds am 20. April bereits einige Ausschlussgründe aufgehoben wurden, gibt es nun doch noch weitere, viel kritisierte Punkte, die einem Anspruch aus dem Härtefall-Fonds künftig ebenfalls nicht mehr im Wege stehen sollen.

Nach einer Verdoppelung des Fördervolumens auf zwei Milliarden Euro bringen die neuen Richtlinien der Bundesregierung eine Ausweitung der Anspruchskriterien für den Härtefall-Fonds und führen diesen in eine zweite Phase über. Die Experten von Hübner & Hübner Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung haben sich die Neuerungen genauer angesehen.

Erweiterung des Betrachtungszeitraumes

  • Damit Unternehmer, die jetzt noch Zahlungseingänge haben und einen Umsatzeinbruch erst später darstellen können, erfasst werden, soll der dreimonatige Betrachtungszeitraum um weitere drei Monate (bis 15. September) verlängert werden.
  • Innerhalb der insgesamt sechs Monate sollen drei beliebige Monate für die Beantragung gewählt werden können – die drei Monate müssen nicht zwingend aufeinander folgen.

Einführung einer Mindestförderhöhe (gilt auch für Jungunternehmen ab 2018)

  • In Phase 2 wird eine Mindestförderhöhe von 500 Euro pro Monat eingeführt.
  • Davon sollen Unternehmen profitieren, die aufgrund von Investitionen oder Anlaufverlusten bei Gründung keinen Gewinn erwirtschaften konnten.
  • Es muss nun weder im letzten noch in den letzten drei Steuerbescheiden bzw. in den letzten fünf Jahren ein positives Ergebnis vorliegen.
  • Jungunternehmer, die nach dem 01.01.2018 (bisher 01.01.2020) gegründet haben, sollen auch ohne Steuerbescheid 500 Euro beantragen können.
  • Alle Unternehmer haben über die automatisierte Berechnung weiterhin die Möglichkeit bis zu 2.000 Euro pro Monat Förderung zu erhalten.

Berücksichtigung Familienhärteausgleich

  • Der Corona-Familienhärteausgleich wird vom Doppelförderungsverbot ausgenommen.
  • Eine Förderung aus dem Corona-Familienhärteausgleich ist damit kein Ausschlussgrund mehr für die Beantragung einer Unterstützung aus dem Härtefall-Fonds.

Versicherungsleistungen sind kein Ausschlusskriterium mehr für den Härtefall-Fonds

  • COVID-19 bezogene Versicherungsleistungen sind kein Ausschlusskriterium mehr, sondern können als Nebeneinkünfte angegeben werden.

Die Richtlinienänderung soll so rasch wie möglich in die Online-Beantragung des Härtefall-Fonds eingearbeitet werden.

In Phase 2 ist die Antragstellung bis Jahresende für den Zeitraum Mitte März bis Mitte Juni möglich und hat in monatlichen Anträgen zu erfolgen. Insgesamt können Betroffene nicht rückzahlbare und steuerfreie Zuschüsse von 6.000 Euro erhalten.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.