WdF beurteilt 30-Stundenwoche in Zeiten der Coronakrise kritisch

04. Mai 2020 Drucken
WdF beurteilt 30-Stundenwoche in Zeiten der Coronakrise kritisch
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Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) sieht die Idee zur Einführung einer 30-Stundenwoche, wobei der Arbeitgeber eine 40-Stundenwoche bezahlen soll, eher kritisch. Dies würde die bereits angespannte wirtschaftliche Situation in den Unternehmen weiter verschärfen.

Die Coronakrise beschert Österreich einen historischen Einbruch der Wirtschaft. In einer Zeit, in der hunderttausende Menschen arbeitslos geworden sind und das WIFO ein Minus prophezeit, gelte es vorrangig, den Wirtschaftsstandort mit aller Kraft mit gezielten Maßnahmen zu unterstützen, so das WdF. Dazu würden auch verschiedene Modelle flexibler Arbeitszeit dienen, die in zahlreichen modernen Betrieben längst umgesetzt sind. Teilzeitbeschäftigungen, beispielsweise auch im Rahmen einer 20-Stunden-Woche, bei entsprechendem Lohnausgleich sind längst Realität. Das WIFO hat kürzlich seine Prognosen für 2020 veröffentlicht. Demnach erwartet es für heuer einen Einbruch der Wirtschaft von 5,25 Prozent bis 7,5 Prozent. Das Budgetdefizit wird sich demnach auf 7,5 bis 10 Prozent belaufen.

Der Bundesvorsitzende des WdF, Andreas Zakostelsky dazu: „Eine 30-Stundenwoche ohne den Lohn entsprechend anzupassen, verschärft die bereits sehr angespannte wirtschaftliche Situation in den Unternehmen. Das könnte als Brandbeschleuniger zu einer weiter ansteigende Arbeitslosigkeit führen und darüber hinaus den bereits arg gebeutelten Wirtschaftsstandort in eine dauerhafte, tiefe Rezession führen.“

„Wieder gewohnten Wirtschaftskreislauf nach Coronakrise erreichen“

Die Bundesregierung habe mit Kurzarbeit und den gewaltigen Fördermitteln laut Zakostelsky die richtige Medizin verabreicht, mit deren Hilfe viele Unternehmen vor dem Bankrott gerettet und dadurch eine große Anzahl an Arbeitsplätzen erhalten wurden. Diese Maßnahmen wurden in einer WdF-Umfrage erst vor kurzem von den heimischen Führungskräften als sehr gut bestätigt.

„Ziel muss es sein, sukzessive, spätestens im Jahr 2021, wieder einen weitgehend gewohnten Wirtschaftskreislauf zu erreichen – dies wird durch starke Unternehmen, gesicherte Arbeitsplätze und den damit gestützten Konsum erhalten. Das hilft, das österreichische BIP zu stärken, nicht sozialromantische Träume von weniger Arbeit ohne Lohnanpassung“, so der WdF-Bundesvorsitzende. Laut WIFO werde es nach dem historischen Wirtschaftseinbruch aber wohl deutlich langsamer aufwärtsgehen als erhofft. Nächstes Jahr wird mit einem realen Plus von 3,5 Prozent gerechnet. In den Jahren 2022 bis 2024 verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum allerdings laut der neuesten Wifo-Langfristprognose wieder auf 1,5 Prozent.

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