OeNB: Nachhaltige Anlageprodukte in Österreich zunehmend gefragt

06. Mai 2020 Drucken
OeNB: Nachhaltige Anlageprodukte in Österreich zunehmend gefragt
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Ökologisch und sozial nachhaltige Finanzprodukte gewinnen in Österreich zunehmend an Bedeutung. Der Bestand an inländischen Investmentzertifikaten mit dem österreichischen Umweltzeichen für nachhaltige Finanzprodukte (UZ 49) des Bundesministeriums für Klimaschutz ist im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um zwei Drittel gewachsen.

Dieser Anstieg der Anlageprodukte ist sowohl auf eine Zunahme der Zertifizierungen als auch auf Preiseffekte sowie auf Nettokäufe zurückzuführen. „Diese Entwicklung zeigt, dass bei Anlage- oder Investitionsentscheidungen auf den Finanzmärkten immer mehr auf das Prinzip der Nachhaltigkeit gesetzt wird“, so OeNB-Vize-GouvernEuro Gottfried Haber, der anhand der Zahlen auch einen Hinweis darauf sieht, dass Transparenz und vertrauenswürdige Information in diesem Zusammenhang wichtige Schlüsselfaktoren für funktionsfähige Marktmechanismen seien.

Inländische Investmentzertifikate mit dem Kennzeichen UZ 49, die gemäß Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie ökologisch und sozial nachhaltiger sind als vergleichbare Produkte, erreichten gemäß einer Studie der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) Ende 2019 in den Portefeuilles aller Anleger im In- und Ausland einen Wert von 7,4 Mrd. Euro. Dies entspricht etwa 7 Prozent des Volumens aller inländischen Publikumsfonds. Trotz dieses anteilig geringen Bestands ist das Gesamtvolumen im Jahr 2019 um zwei Drittel gewachsen, woraus ein Trend in Richtung nachhaltiger und verantwortungsvoller Veranlagung erkennbar wird.

Private Haushalte sind die wichtigste Anlegergruppe

Ein signifikanter Zuwachs am Anteil der gekennzeichneten Fonds konnte innerhalb der Mischfonds festgestellt werden. Dieser stieg von 5,8 Prozent bzw. 1,6 Mrd. Euro im Jahr 2018 auf 11,0 Prozent bzw. 3,8 Mrd. Euro im Jahr 2019. Die höchste Konzentration an Fonds mit UZ-49-Kennzeichnung war 2019 – allerdings bei sehr geringem Gesamtvolumen – innerhalb der Kategorie der Hedgefonds zu finden (57,6 Prozent). Aktienfonds wiesen einen Anteil von 8,2 Prozent (1,6 Mrd. Euro) auf. Immobilienfonds wurden laut Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) bis zum Jahresultimo 2019 nicht mit dem Umweltkennzeichen UZ 49 versehen.

Absolut betrachtet sind private Haushalte mit 2,8 Mrd. Euro die wichtigste Anlegergruppe in diesem Segment, was einem Anteil von rund 7 Prozent des von ihnen gehaltenen Volumens inländischer Publikumsfonds entspricht. Hohe Nettotransaktionen in den Jahren 2018 (241 Mio. Euro) sowie 2019 (750 Mio. Euro) verdeutlichen die steigende Bedeutung nachhaltig zertifizierter Produkte.

Das Kennzeichen UZ 49 wurde im Jahr 2004 eingeführt und ist eines der ersten dieser Zertifikate im Europäischen Raum. Investmentfonds werden hinsichtlich ihrer Anlagepolitik, der Auswahlkriterien sowie des Erhebungs-, Bewertungs- und Auswahlprozesses für die nachhaltige Veranlagung mit Hilfe eines Punktesystems bewertet.