KMU haben dringenden Aufholbedarf bei Digitalisierung

07. Mai 2020 Drucken
KMU haben dringenden Aufholbedarf bei Digitalisierung
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Die Coronakrise machen die Herausforderungen und die Chancen der Digitalisierung sichtbar. Im EU-Vergleich zeigt sich, dass die heimischen KKMUs Aufholbedarf im Bereich E-Commerce, Social Media Marketing und in der Nutzung von Cloud-Diensten haben. Die Regierung fördert die Digitalisierung von KMU nun mit 8 Mio. Euro.

Die österreichischen KMU haben im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung noch aufholbedarf. Das zeigt eine Studie, die das Institut für Höhere Studien (IHS) erstellt hat. Demnach haben Länder, die in diesem Bereich besser aufgestellt sind, ein gemeinsames Konzept, setzen Mittel zur Vernetzung von Betroffenen, Wirtschaft, Wissenschaft und Branchenverbänden ein und bieten ein breites und weitgehend kostenloses Weiterbildungsangebot für Unternehmen und ihre Mitarbeiter an.

„Mein Ziel ist es, dass österreichische Klein- und Mittelbetriebe den digitalen Großkonzernen die Stirn bieten und nicht vor ihnen in die Knie gehen. Daher werden wir sie dabei unterstützen, rasch entsprechende Kompetenzen aufzubauen und den Schritt in Richtung Digitalisierung zu wagen. Digitalisierung ermöglicht uns Innovations-, Wachstums- und Zukunftsperspektiven“, so Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. „Unternehmen mit gut ausgebildetem Personal, das rasch auf die wachsende Nachfrage nach digitalen Serviceleistungen reagieren und innovative Lösungen entwickeln kann, können die aktuelle Situation besser bewältigen“, betont Schramböck.

Das Mministerium will daher gemeinsam mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gezielte Maßnahmen setzen und startet mehrere Ausschreibungen mit entsprechenden Schwerpunkten, die Unternehmen die rasche Weiterqualifizierung ihres Personals, Digitalisierungsinitiativen und die Entwicklung neuer Technologien und Produkte ermöglichen sollen.

„Wir haben ein breites Förderangebot für KMU in Österreich. Die Digitalisierung stellt für die kommende Zeit die große Herausforderung dar. KMU dazu zu bewegen selbst zu forschen und die eigenen Geschäftsmodelle auf Digitalisierungspotenzial abzuklopfen ist die große Aufgabe“, sagt IHS-Direktor Martin Kocher. Dieses Förderangebot werde nun ausgeweitet.

Wichtigste Maßnahmen, die sich aus der Studie ergeben, seien eine klare Strategie aus einem Guss und kostengünstige und niederschwellige Möglichkeiten sich weiterzubilden. Weiters müssten das Bewusstsein und die Bereitschaft für die Umsetzung von Maßnahmen gefördert werden und schließlich seien gerade bei KMUs Anschubfinanzierungen wichtig. Nachholbedarf gebe es in Österreich bei der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in den KMU selbst und teilweise bei der Infrastruktur, etwa schnellem Internet, vor allem in den ländlichen Gebieten.

8 Millionen Euro für die Digitalisierung von KMU

Die angekündigte neue Förderung wird über die FFG abgewickelt. Eine gemeinsame Stelle für alle einschlägigen Förderungen könne es aber nicht geben, so Schramböck. Dazu seien zu viele Bereiche betroffen, von der Bildung über Gesundheit bis zu wirtschaftlichen Aspekten. „Es braucht einen Koffer an Maßnahmen“, so die Ministerin. Die Fördermittel stehen im Rahmen folgender Programme zur Verfügung:

  1. Forschungskompetenzen für die Wirtschaft: Damit werden Betrieben maßgeschneiderte Qualifizierungsangebote ermöglicht. Die Schwerpunkte liegen auf E-Commerce, Cyber-Security und Smart Factory. Das BMDW stellt mehr als fünf Millionen Euro bereit: Für die Schiene „Qualifizierungsnetze“ (5. Ausschreibung) 4,1 Millionen Euro und für die „Qualifizierungsseminare mit Bildungs.Prämie“ (7. Ausschreibung) eine Million Euro. Der Start der Ausschreibungen erfolgt am 12. Mai 2020.
  2. Digital Pro Bootcamps: Zur gezielten Stärkung der digitalen Kompetenz in Betrieben mit den Schwerpunkten E-Commerce, Cyber-Security und Smart Factory. Für die mittlerweile 2. Ausschreibung steht rund eine Millionen Euro zur Verfügung Die Ausschreibung ist geöffnet.
  3. Laura Bassi 4.0 – Digitalisierung chancengerecht gestalten: Für die 2. Ausschreibung stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm richtet sich insbesondere an KMU, die einen Beitrag zur Gestaltung einer chancengerechten digitalen Zukunft leisten wollen. Die Ausschreibung ist geöffnet.

Europaweite Maßnahmen

Auch auf europäischer Ebene gibt es Anstrengungen, die Digitalisierung voranzutreiben. Eines der europäischen Förderprogramme zur Umsetzung der europäischen Digitalpolitik ist das „Digital Europe Programme“ (2021-2027) mit einem geplanten Gesamtbudget von 9,2 Milliarden Euro. Mehr Informationen dazu gibt es hier. (APA/red)