Unternehmen setzen zur Krisenbewältigung auf IT-Expertise von Dienstleistern

12. Mai 2020 Drucken
Unternehmen setzen zur Krisenbewältigung auf IT-Expertise von Dienstleistern
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Während Unternehmen derzeit versuchen, sich von den Folgen der Coronakrise zu erholen und sich den veränderten Geschäftsbedingungen anzupassen, können Dienstleistungsanbieter mit Unterstützung von Smartsourcing punkten. Viele Führungskräfte sehen vor allem die Aufgabe, das Arbeitsumfeld zu optimieren, um produktiv und effizient miteinander verbunden zu bleiben, sowie den Faktor Sicherheit als Priorität.

Um den Betrieb wiederherzustellen und sich für die Herausforderungen der kommenden Jahre zu rüsten, sehen Unternehmen in den nächsten 18 Monaten eine verstärkte Zusammenarbeit mit Dienstleistern. Dabei ist die Breite und Tiefe der Expertise sowie eine schnelle Bereitstellung von plattformfähigen Lösungen über den gesamten Technologie Stack hinweg entscheidend – von der Cloud bis zum Netzwerk, vom Rechenzentrum bis zur Sicherheit und darüber hinaus.

Vor allem Smartsourcing als Ansatz für die Auswahl und Priorisierung von Dienstleistern, die über die Lieferung taktischer IT-Lösungen hinausgehen, spielt in diesem Kontext eine wesentliche Rolle. Gefragt sind daher Anbieter, die Geschäftsergebnisse liefern können, die auf die Ziele der gesamten Organisation ausgerichtet sind. Zu diesen Ergebnissen kommt der Global Managed Services Report 2020 von NTT Ltd. Der IT-Dienstleister hat dafür die Aspekte Sicherheit, technologische Expertise und Optimierung der Arbeitsabläufe untersucht. Rund die Hälfte der befragten Führungskräfte sieht vor allem die Aufgabe, das Arbeitsumfeld zu optimieren, um produktiv und effizient miteinander verbunden zu bleiben, sowie den Faktor Sicherheit als Priorität:

  • Die Reduzierung von Sicherheitsrisiken ist nicht nur die größte Aufgabe, vor der IT-Teams weltweit stehen, sondern auch der Hauptgrund für die Zusammenarbeit mit Service-Providern.
  • 48 Prozent der Unternehmensleiter bestätigen bereits die Notwendigkeit, das Arbeitsumfeld zu optimieren.
  • Technologisches Fachwissen ist der wichtigste Faktor bei der Auswahl eines Dienstleisters, wobei Cloud-Infrastruktur und Sicherheit bei den Anforderungen ausschlaggebend sind.

„Wir sehen, dass Unternehmen in diesen herausfordernden Zeiten unterschiedliche Phasen durchlaufen. In diesem Prozess rückt etwa der Security-Aspekt noch stärker in den Fokus. Dieser wird als essenziell erachtet, um Herausforderungen adäquat begegnen zu können. In diesem Zusammenhang benötigt es aber mehr als nur einen Lieferanten, Unternehmen wünschen sich vielmehr einen kompetenten Partner, der über das notwendige Know-how verfügt, um intelligente Lösungen schnell und flexibel umzusetzen. Gerade in der momentanen Situation ist klar ersichtlich, wie wichtig das ist. So ist es möglich, schnell wieder auf die Beine zu kommen und bereit zu sein, wenn das eigene Geschäftsfeld wieder anzieht“, sagt Mirela Linaric, Vice President, Support und Managed Services bei NTT Austria.

Assets identifizieren und absichern

57 Prozent der Befragten nannten in dem Report Sicherheitsrisiken als die zentrale Herausforderung bei der internen IT-Verwaltung. Angesichts der Coronakrise erwartet NTT Ltd., dass diese Zahl weiter zunehmen wird. Unternehmen haben Mühe, sich gegen komplexe und immer gravierendere Bedrohungen zu wehren. Daher ist es keine Überraschung, dass die Mehrheit (55 Prozent) sich an einen Dienstleister wendet, um sich bei der Minimierung von IT-Sicherheitsrisiken unterstützen zu lassen.

Auf der Tagesordnung der Unternehmen gewinnt Security immer mehr an Bedeutung, gerade durch die räumliche Verteilung von Mitarbeitern in Verbindung mit einer Zunahme von BYOD (Bring Your Own Device)-Modellen. Mitarbeiter, die von zu Hause aus auf unzureichend gesicherten Geräten und Netzwerken arbeiten, bieten zahlreiche Angriffsflächen. Der Monthly Threat Report von NTT Ltd. vom April 2020 stellt eine Zunahme von Spam-, Phishing- und Malware-Kampagnen fest, die sich speziell die Corona-Pandemie zunutze machen.

Sicherheit ist somit Teil des Smartsourcings – sie wurde auch von 32 Prozent der Befragten als ausschlaggebend für die Wahl eines Dienstleisters bewertet. Weitere wichtige Faktoren sind eine verbesserte betriebliche Effizienz (30 Prozent) sowie mehr Leistung und Verfügbarkeit (29 Prozent). Laut dem Bericht sind zudem 84 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass Managed-Service-Partnerschaften in den nächsten drei bis fünf Jahren in puncto Sicherheitskompetenz einen echten Mehrwert schaffen werden, 44 Prozent sehen darin einen maßgeblichen Vorteil.

Nutzer im Fokus der Transformation

In unruhigen Zeiten wie der Corona-Pandemie stellen Unternehmen eventuell Innovationsprojekte zurück. Die Transformation von IT-Prozessen bleibt jedoch nach wie vor wichtig – sie fokussiert sich jetzt mehr auf den Nutzer. Der Bericht zeigt auf, dass 48 Prozent der Unternehmen die Notwendigkeit erkennen, das Arbeitsumfeld zu optimieren, um den Anforderungen der eigenen Mitarbeiter nach wie vor gerecht zu werden. Dass diese weiterhin sicher, produktiv und effizient miteinander verbunden bleiben, steht ganz oben auf der Führungsagenda. Das erklärt vielleicht auch, warum 43 Prozent der Befragten Software-Defined Wide Area Networks (SD-WAN) als das führende Technologieprojekt einstufen. Das Bestreben, neue Dienstleistungen in Betracht zu ziehen, spiegelt sich im Anstieg der Zahl der Unternehmen wider, die mehr von ihrer IT auslagern möchten als umgekehrt – fast eine Verdoppelung von derzeit 23 Prozent auf 45 Prozent in 18 Monaten.

Technologisches Fachwissen zählt seit langem zu den wichtigsten Kriterien, die Unternehmen bei der Auswahl von Dienstleistern berücksichtigen. Die Möglichkeit, nach Belieben auf qualifizierte Ressourcen zurückgreifen zu können, ist ein großer Vorteil. Unternehmen achten bei der Auswahl eines Dienstleisters in erster Linie auf technologisches und branchenspezifisches Fachwissen (44 Prozent beziehungsweise 30 Prozent).

Expertise von Dienstleistern nutzen

Insbesondere das Fachwissen in den Bereichen Cloud-Infrastruktur (73 Prozent) und Sicherheit (53 Prozent) ist führend bei den Technologien, die derzeit an Service-Provider ausgelagert sind. Diese Zahlen werden dem Bericht zufolge in 18 Monaten auf 77 Prozent beziehungsweise 64 Prozent ansteigen.

Das Fachkompetenzniveau, das von Dienstleistern angeboten wird, ist eine weitere Voraussetzung für die Entwicklung einer Smartsourcing-Beziehung. Vor dem Hintergrund, dass IT-Teams in Unternehmen dem steigenden Druck ausgesetzt sind, immer bessere Geschäftsergebnisse zu erzielen, fordern sie einen Partner, der sie dabei unterstützt, im eigenen Unternehmen koordiniert und kraftvoll agieren zu können. So ist es ihnen möglich, das eigene Business bestmöglich zu unterstützen.

Auch interessant für CIOs und ihre Teams: Der Report verdeutlicht, wie sich die geschäftlichen Veränderungen auf die IT-Entscheidungsfindung auswirken. So wird beispielsweise die Entwicklung neuer Produkte in den nächsten zwölf Monaten den größten Einfluss haben (54 Prozent). An zweiter, dritter und vierter Stelle stehen regulatorische Änderungen (51 Prozent), das Vordringen in neue Märkte (48 Prozent) und der Mangel an Fachkräften (47 Prozent).

„Wir sind davon überzeugt, dass die Wahl der richtigen Partner ausschlaggebend ist, wenn es darum geht, sich an die neue Normalität anzupassen. Die Ergebnisse unserer Reports zeigen, wie wichtig solche Beziehungen sind und welche Vorteile sie bieten. Die richtigen Partnerschaften geben Unternehmen zum einen Sicherheit und Stabilität und tragen dazu bei, bestehende Einnahmequellen zu sichern. Zum anderen unterstützen sie ihre Transformationsbemühungen, beispielsweise wenn es um die Bereitstellung von Remote-Customer Experience (CX)-Plattformen geht. Diese werden für Unternehmen jeder Branche auch künftig eine Schlüsselrolle spielen“, so Linaric.