Coronavirus: 7 Tipps für mehr Sicherheit bei der Arbeit

15. Mai 2020 Drucken
Coronavirus: 7 Tipps für mehr Sicherheit bei der Arbeit
© Unsplash/Ani Kolleshi

Mit der Lockerung der Schutzmaßnahmen kehren viele Arbeitnehmer aus dem Home-Office an ihren Arbeitsplatz zurück. Wie Arbeitgeber eine Coronavirus-Infektion ihrer Beschäftigten vermeiden können, erklärt der Arbeitssicherheitsexperte der Quality Austria, Eckehard Bauer.

Wie Arbeitgeber eine Coronavirus-Infektion ihrer Beschäftigten vermeiden können, erklärt der Arbeitssicherheitsexperte der Quality Austria, Eckehard Bauer anhand von 7 anschaulichen Tipps. Werden die Hinweise befolgt, können Arbeitnehmer wieder ganz beruhigt ihre Büros aufsuchen.

Vertrauensbasis schaffen und umfangreich unterweisen

Neben den Führungskräften kommt den Präventivkräften wie beispielsweise Sicherheitsfachkräften oder Arbeitsmedizinern eine hohe Bedeutung zu. An ihnen liegt es, eine vertrauensvolle Arbeitsbasis zu schaffen. „Da derzeit viele falsche bzw. eine unübersichtliche Flut an Informationen in den Medien kursieren, können diese Personen mit klaren und präzisen Informationen und Unterweisungen einer Verunsicherung auf Seiten der Beschäftigten entgegenwirken. Dabei ist es allerdings wichtig, keine Ängste zu schüren, sondern Vertrauen in die Schutzmaßnahmen aufzubauen“, erläutert Eckehard Bauer, Business Developer für Risiko- und Sicherheitsmanagement, Business Continuity, Transport bei Quality Austria.

Coronavirus-Gefahren evaluieren und Maßnahmen ableiten

Die im Moment wichtigste Aufgabe ist die Evaluierung der Risiken und Gefahren, mit denen die Mitarbeiter im Arbeitsalltag konfrontiert sind. Sind diese identifiziert, können daraus Maßnahmen und Handlungsanleitungen entwickelt werden, um den Schutz der Beschäftigten und somit auch die Leistungsfähigkeit des Betriebes sicherzustellen. Managementsysteme wie die ISO 45001 (Arbeitssicherheit und Gesundheit) oder die ISO 22301 (Vermeidung von Betriebsunterbrechungen) können die Verantwortlichen in den Unternehmen dabei stark unterstützen.

Kontaktvermeidung wo möglich

Der wichtigste Übertragungsweg ist jener durch Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch. Daher gilt an erster Stelle, den (direkten) Kontakt mit anderen Menschen so gut wie möglich zu vermeiden bzw. auf jene Zeit zu verschieben, wo dies ohne Infektionsgefahr möglich sein wird. Auch alternative Möglichkeiten für Meetings sind denkbar – hier haben sich statt Besprechungen in großen Gruppen oder persönlichen Kundenterminen zahlreiche Tools wie beispielsweise Videokonferenzen etabliert, die einen guten Ersatz darstellen.

Technische Maßnahmen zum Arbeitnehmerschutz

Wo persönlicher Kontakt nicht vermeidbar ist, kann die Technik helfen, die Übertragung des Coronavirus zu verhindern. So kann man Abgrenzungen wie bspw. Trennscheiben errichten beziehungsweise Absperrungen oder mechanische Barrieren aufbauen, um mehr Abstand zwischen den Personen zu schaffen. Auch die Trennung von Arbeitsbereichen durch Nutzen anderer Räumlichkeiten oder das Auseinanderrücken von Tischen ist hilfreich.

Gute Organisation wirkt Wunder

Ebenso sind bei organisatorischen Maßnahmen der Kreativität keine Grenzen gesetzt. So kann man beispielsweise eine zeitliche Staffelung der Arbeiten durchführen und gleichzeitiges Arbeiten nur dann, wenn technisch unbedingt notwendig, erforderlich machen. Bei Meetings, Schulungen oder Arbeitsübergaben, die nicht durch Video- oder Telefonkonferenzen ersetzt werden können, ist ein möglichst großer Abstand zwischen den Teilnehmern zu schaffen. Durch häufiges Lüften von Räumen kann ein Übertragungsrisiko zusätzlich minimiert werden.

Auf persönliche Schutzmaßnahmen setzen

Etwas, das sich in den letzten Wochen auch in unserem Kulturkreis bereits etabliert hat, ist das Vermeiden von Handkontakten, das unbedingt auch weiterhin beibehalten werden sollte. Der Mindestabstand zu anderen Personen im Unternehmen sollte einen Meter betragen. Kann dieser nicht sichergestellt werden, sind Mund-Nasen-Schutz, Gesichtsschild oder – wo erforderlich – eine FFP-Schutzmaske verpflichtend. „Masken, Brillen oder Handschuhe sind laut WHO im Allgemeinen nicht erforderlich, allerdings ist auf regelmäßige Handhygiene durch Händewaschen oder Verwendung eines Desinfektionsmittels zu achten“, betont Bauer.

Auf Vorbildwirkung setzen

Die beste Unterweisung, die kreativsten Informationsaushänge und coolsten Anleitungen via E-Mail können niemals das erreichen, was von Führungs- und Präventivkräften durch konsequentes Vorleben der Schutzvorgaben erzielt werden kann. Auch wenn ein Mund-Nasen-Schutz unbequem ist, dient dieser dem Schutz aller – daher sollten jene Personen, die vorgeschriebene Schutzmaßnahmen ignorieren, ebenso konsequent auf deren Einhaltung hingewiesen werden.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.