Existenzen in der Reisebranche massiv bedroht

15. Mai 2020 Drucken
Existenzen in der Reisebranche massiv bedroht
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Die Lage bei den österreichischen Reiseveranstaltern und Reisebüros spitzt sich zu: Es geht nun um den Fortbestand von allen Unternehmen in der Reisebranche.

Die Buchungssituation in Österreich bildet die derzeitige Stimmung der Reisebranche bestens ab. Ein großer Teil der Reisen für die Sommersaison 2020 wurden schon verkauft und die Gäste freuten sich auf ihre Reise – bis Covid19.

Die Pandemie änderte schlagartig das Reiseverhalten weltweit. Auf der einen Seite die Reisegäste, die verunsichert sind und vor der Entscheidung stehen ihre Reisen zu verschieben oder die bereits getätigten Ausgaben dafür zurückzufordern. Auf der anderen Seite die Reisebüros und Reiseveranstalter, die diese Reisen schon bei Fluglinien, Unterkünften und anderen Vertragspartnern fixiert haben und in finanzielle Vorleistung gegangen sind.

Reisebranche hängt in der Luft

Derzeit sind die Neubuchungen laut diversen Tourismusverbänden auf Null. Und eine Besserung ist kaum in Sicht. Die wenigen Buchungen für die nächsten Monate stellen für den Tourismus keine Rettung dar. Ganz im Gegenteil. Mit viel Aufwand wird versucht neue Reiseangebote zu schnüren und zu verkaufen. Die große Herausforderung jetzt ist die Rückabwicklung der derzeitig bestehenden beziehungsweise bereits abgesagten Reisen. Bei Weltweitwandern hat man bereits Leistungen erbracht und Ausgaben für die Reisen seiner Kunden getätigt um eben diese Reisen auch zu fixieren.

„Wir als Reiseveranstalter sind in der Pflicht, alle Kundenzahlungen der vergangenen 8-10 Monate zu 100 Prozent zurückzuzahlen. Und das mit hohem Arbeitsaufwand, laufenden Fixkosten und bei null Einnahmen“, sieht Weltweitwandern-Gründer Christian Hlade nicht nur sein Unternehmen in Gefahr. Ein Großteil dieser Gelder ist bereits geflossen und liegt nicht mehr im Unternehmen. Das Geld ist weg. Ein Verschieben der Reise, eine abgesicherte Gutscheinlösung und als wichtigstes Instrument ein staatlicher Ausgleich für bereits geleistete Arbeiten wäre für Hlade eine Möglichkeit der Schadensbegrenzung. Immerhin trifft den Reiseveranstalter oder das Reisebüro keine Schuld an der Stornierung.

Gefordert: Staatliche Hilfe durch einen Schutzschirm

„Um das Überleben von Reiseunternehmen zu ermöglichen, ohne die vor allem eine finanzielle Abgeltung der bereits geleisteten Vorleistungen in der Vergangenheit“, fordert Hlade. Und das dringend und rasch – nur so kann der Reisebranche ein Überleben ermöglicht werden. Kredite oder Gutscheinlösungen sind für den Unternehmer eine erste Linderung, verschleppen aber das Problem ganzen Branche nur.

Für Reise-Umbuchungen und für das Ausstellen von Gutscheinen braucht es zudem unbedingt einen Insolvenzschutz, um die Zahlungen von Kunden abzusichern. Die Basis dazu wäre eine Gesetzesänderung auf nationaler Ebene. Rasches Handeln zur Sicherung einer ganzen Branche ist gefordert.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.