Schäden für KMU und EPU durch Lockdown verheerend

26. Mai 2020 Drucken
Schäden für KMU und EPU durch Lockdown verheerend
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COBIN claims hat eine Blitz-Umfrage unter heimischen EPUs und KMUs zur Coronakrise durchgeführt. Demnach kündigt jedes dritte Unternehmen Mitarbeiter und der Schaden des Lockdowns wird auf 40 Prozent des Jahresumsatzes geschätzt.

Die gemeinnützige Plattform für Sammelklagen COBIN claims hat eine ernüchternden Blitz-Umfrage  unter heimischen EPUs und KMUs zum Lockdown durchgeführt, die sich für die Aktion „Umsatzausfälle – Epidemiegesetz“ registriert haben. „Dabei geht es darum, dass nach Ansicht des Vereins die Regierung ungerechtfertigter Weise Kleinunternehmen und Selbstständigen Entschädigungen für Umsatzausfälle wegen des behördlich angeordneten Lockdowns verweigert. Der Verein organisiert rechtliche Hilfe für Betroffene“, erläutern Vereins-Obmann Oliver Jaindl und Vorstand Manfred Biegler. Die Ergebnisse im Detail:

  • Im Schnitt mach(t)en die Unternehmer, die sich an die Plattform wandten, 303.384 Euro Jahresumsatz. Im Schnitt wird ein Covid-bedinger Umsatzrückgang auf 188.880 Euro befürchtet, langfristig rechneten die Befragten mit einem Umsatzentgang von 117.962 Euro. Das bedeutet, dass für die heimischen Selbstständigen und KMU ein Umsatz-Minus von rund 38,8 Prozent unterm Strich übrig bleibt. Die – jahresbezogen – hohen Umsatzrückgänge dürften dabei auch mit einer abnehmenden Konsumneigung im Zusammenhang stehen und bestätigen damit bisherige Trendanalysen, stellt Biegler fest.
  • 34,1 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Mitarbeiter freisetzen mussten.
  • 2,27 Prozent der Befragten erachten die wirtschaftlichen Schäden der Krise als kurzfristige Erscheinung, 34,09Prozent als mittelfristige und 40,91Prozent als längerfristige Erscheinung. 22,73Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Krise langfristigen Schaden angerichtet hat.
  • Als Sofort-Hilfe im Zug der Covid-Krise würden die befragten KMU/Selbstständigen im Schnitt 25.929 Euro benötigen, um im Zug einer Sofort-Maßnahme durch die Krise zu kommen. Um die vor allem durch Geschäfts-Sperren verursachte Krise in den Unternehmen gänzlich auszugleichen, wären durchschnittlich 65.751 Euro nötig. Um das Jahr 2020 wirtschaftlich überstehen zu können wären mindestens im Schnitt 36.545 Euro notwendig.
  • 70 Prozent der Befragten geben der Informationspolitik der Regierung/WKÖ in Schulnoten einen Vierer oder Fünfer (32,5 Prozent „Genügend“, 37,5Prozent „Nicht Genügend“).

„Hebel bei KMU ansetzen“

„Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die Regierung muss ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommen und nach dem Epidemiegesetz umfassende Hilfen für Unternehmen gewähren, um eine noch dramatischere Entwicklung als jene, die ohnehin schon Fakt ist, hintanzuhalten. Schon in der Krise 2008/09 zeigte sich, dass ein Abgleiten von einer Rezession in eine Depression nur durch einen gestärkten privaten Konsum vermieden werden konnte. Da die heimischen Kleinunternehmen in Summe den größten Arbeitgeber bilden, muss dort im Sinn von Arbeitsplatz- und somit Konjunktur-Sicherung der Hebel angesetzt werden. Die Hilfe der Bundesregierung darf nicht nur den – teilweise schon vor Covid-19 schlingernden – ,Super-Tankern‘ unserer Wirtschaft vorbehalten bleiben, denen fallweise auch noch das (sachlich nicht rechtfertigbare) EZB-Ankaufsprogramm offensteht. Wir kämpfen daher als Sammelklage-Plattform für die Rechte der Kleinunternehmen und werden Sie auf ihrem Kampf um Ersatz nach dem Epidemiegesetz begleiten“, sagen Jaindl und Biegler.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.