Gütesiegel vernetzt regionale Player

18. Juni 2020 Drucken
Gütesiegel vernetzt regionale Player
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Kleine Erzeuger wie Bauern, Direktvermarkter, Gastronomen, Hoteliers und Manufakturen sollen enger vernetzt werden, um ihre wirtschaftliche Perspektive und die regionale Wertschöpfung zu steigern. Dafür gibt es ab sofort ein nationales Qualitäts- und Herkunftsgütesiegel des Netzwerk Kulinarik, das „Genuss Region Gütesiegel“.

An dem Gütesiegel arbeitet die Politik schon länger, nachdem ein solches System in Österreich bisher nicht so recht in Gang gebracht wurde und dessen Ansätze sogar vom Rechnungshof (RH) kritisiert worden waren. Nun werde dem Ruf des RH nach einer verbindlichen Gesamtstrategie für Kulinarik, Qualitätskriterien für die Vergabe von öffentlichen Mitteln und die Einbeziehungen von regionalen Kulinarik-Initiativen wie der Genuss Regionen Rechnung getragen.

Das neue Qualitäts- und Herkunftsgütesiegel „Genuss Region Gütesiegel“ soll auch ermöglichen, dass mehr heimische Produkte die höchstklassischen europäischen Gütesiegel – geschützte Ursprungsbezeichnung (gU) und garantiert traditionelle Spezialität (gtS) – erhalten, sagten Agrarministerin Elisabeth Köstinger und die Chefin des zur AMA gehörenden Netzwerk Kulinarik, Christine Mutenthaler.

Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem

„Wir sehen den großen Erfolg in den nächsten Jahren im Bereich der Kooperationen. Einer alleine schafft es selten, aber wenn Synergien genutzt werden, ist ein großer Schritt vorwärts möglich“, sagte Köstinger. Im Zentrum stand die Einführung eines durchgängigen Qualitäts- und Herkunftssicherungssystems sowie eine gemeinsame Vermarktungs- und Vertriebsstrategie, erläuterte Mutenthaler.

Das Qualitätsversprechen und die Regionalität der verschiedenen Unternehmen sollen durch das neue Gütesiegel nach außen hin sichtbar gemacht werden. So sollen mehr Kunden und Gäste gewonnen werden. Machen Betriebe mit, profitieren sie von den Kommunikations-, Informations- und Marketingkampagnen des Netzwerks. Verwendet werden beim Siegel die Logos der einzelnen Genussregionen – dazu kommt etwa der Zusatz „Jauntaler Had’n“. Will ein Betrieb mitmachen, seine Region ist aber nicht aktiv, ist das dennoch möglich.

Stärkung regionaler Versorgungs- und Wertschöpfungsketten

Das Gütesiegel garantiert für die regionale Produktion eine hohe Produkt- und Verarbeitungsqualität, die Stärkung regionaler Versorgungs- und Wertschöpfungsketten, klimafreundliche, kurze Transportwege und die immer frische Zubereitung von Speisen. Kontrollen von Qualitätssystemen, an denen Betriebe schon teilnehmen – AMA-Gütesiegel, Gutes vom Bauernhof und Bioqualitätsprogramme -, können anerkannt werden. Im Normalfall werden Betriebe mit dem neuen Gütesiegel alle vier Jahre geprüft, so Mutenthaler. Die Kosten sind in den meisten Fällen förderbar – die Systemänderung führt überhaupt wieder zu einer Förderbarkeit für die Unternehmen. 100 Betriebe haben bisher Pilot-Audits vollzogen und 50 Kulinarik-Initiativen (dazu gehören Genussregionen, aber auch weitere beispielsweise Gastro-Initiativen) sind auch schon an Bord, so die Netzwerk-Chefin.

„Vor rund einem Jahr haben wir die von Praktikern und Experten erstellte Kulinarik Strategie Österreich präsentiert. Das Genuss Regionssiegel ist der nächste Schritt. Nun wollen wir möglichst viele Betriebe zum Einstieg motivieren und die Vermarktung unserer regionalen Produkte vorantreiben“, so Mutenthaler. Seit der Coronakrise sei das Bewusstsein für heimische Produkte noch höher geworden, so Köstinger. Viele wollten „auch nach der Krise mehr heimische Produkte oder Lebensmittel direkt beim Bauern kaufen. Dabei werden wir sie unterstützen“, so die Landwirtschaftsministerin. (APA/red)