Reise-Startup Midnightdeal erhält Investment trotz Corona-Krise

23. Juni 2020 Drucken
Reise-Startup Midnightdeal erhält Investment trotz Corona-Krise
© pixabay

Das Wiener-Tourismus-Startup Midnightdeal erhält ein sechsstelliges Investment, um zu expandieren. Das frische Kapital kommt von strategischen Investoren und dem AWS-Start-up-Hilfsfonds.

Das Startup Midnightdeal.com ist eine Buchungsplattform, die es ihren Kunden ermöglicht Hotelaufenthalte zum Wunschpreis zu buchen. Dabei entscheidet der User, ob er zum günstigen Sofortpreis zuschlägt oder einen individuellen Wunschpreis für die Hotelbuchung als Gebot abgibt. Die besten Gebote bekommen dann zu Mitternacht den Zuschlag. Die Buchungspreise sind jedoch geheim – nur der Buchende und das Hotel selbst wissen Bescheid.

Nun erhält das Startup ein sechsstelliges Investment zur weiteren Expansion, vor allem im DACH-Raum, mit einem neuen Standort in München. Laut Gründer und Geschäftsführer Lukas Zirker liegen für Midnightdeal nun besonders spannende Monate voraus, da durch den vom Coronavirus gerüttelten Tourismus-Sektor noch mehr Hotelzimmer leer stehen.

Ähnlich sehen das auch die Investoren und unterstützen in der schwierigen Zeit das vielversprechende Startup. Zusätzlich zum bisherigen Business Angel investiert auch ein renommierter Tourismus-VC. Laut Investoren ist vor allem der Auktionsmodus von Midnightdeal in wirtschaftlichen Phasen der Rezession besonders interessant.

Staatliche CoV-Hilfsmaßnahmen greifen

Weitere Unterstützung kam vom Corona-Hilfsfonds des Austria Wirtschaftsservice, welcher erst vor Kurzem von der Bundesregierung angekündigt wurde. „Der Start-up-Hilfsfonds hat das Investment unkompliziert und rasch verdoppelt“, so Zirker. Der Gründer freut sich über die unbürokratische Abwicklung und konnte in der Vergangenheit auch schon die FFG, welche die technische Entwicklung der Plattform mitfinanziert hat, als Partner gewinnen.

„Die User nehmen die Schnäppchenjagd super an und das Geschäftsmodell konnte sich aufgrund unserer hohen Trendorientierung in den letzten zwei Jahren sehr gut im Hotel- und Reisemarkt etablieren“, sagt Zirker und erklärt so die Versiebenfachung des Umsatzes im letzten Jahr. Dabei sparen Kunden im Durchschnitt über 35% im Vergleich zu den alteingesessenen Online-Portalen.

Corona-Hilfe für den österreichischen Tourismus

Midnightdeal will in der Krise vor allem kleineren, familiengeführten Hotels aus Österreich, die besonders hart von der Krise betroffen sind, helfen die hohen Leerstände auszugleichen. Hotels können ihre Angebote ab sofort kostenlos online stellen und das Startup verzichtet zusätzlich auf die Hotelprovision in den nächsten Monaten.

Hotelbesitzer können sich auf business.midnightdeal.com für das Hilfspaket anmelden. In dieser schwierigen Zeit zeigt sich nebst vieler Konkursmeldungen im Reisebereich zumindest Midnightdeal positiv: „In den nächsten Wochen werden wir über 100 neue Deals für unsere Kunden online haben und spätestens im Juli wieder Vorkrisen-Niveau erreichen“, so Zirker.