Coronakrise: Digitalkompetenz hoch wie nie zuvor

01. Juli 2020 Drucken
Coronakrise: Digitalkompetenz hoch wie nie zuvor
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Die Coronakrise und der damit verbundene Lockdown haben viele Menschen physisch von der Außenwelt abgeschnitten. Einige haben aus der Not eine Tugend gemacht und sich intensiv mit der Digitalisierung beschäftigt. Der Integral Austrian Internet Monitor (AIM) kommt zu dem Ergebnis, dass Österreich nun digital kompetenter ist.

88 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren nutzen aktuell das Internet zumindest gelegentlich, 3 von 4 sogar täglich. Diese Werte haben sich in den letzten Jahren nur wenig verändert. Aber: aktuelle Ergebnisse des AIM zeigen, dass die aktuellen Internetnutzer während der Coronakrise ihre Kompetenzen zum Teil deutlich erweitert haben.

Integral hat im ersten Quartal 2019 für die Messung dieser Souveränität einen Digitalkompetenz-Index entwickelt, welcher Aspekte wie mobile Nutzung, Frequenz, Intensität und Vielfalt der Nutzung sowie Einstellungen zur digitalen Welt berücksichtigt. Bis zum ersten Quartal 2020 ist der Index innerhalb von 12 Monaten moderat angestiegen (+2 Punkte), doch alleine im Q2/2020 hat er um 3 Punkte zugelegt. Österreich hat also innerhalb dieses kurzen Zeitraums einen deutlichen Sprung in Richtung höherer digitaler Kompetenz gemacht.

Frauen holen weiter auf

Die Ergebnisse zeigen, dass bei Frauen die Digitalkompetenz stärker wächst als bei Männern. Auch Personen über 50 Jahre und Menschen mit mittlerer Schulbildung haben überdurchschnittlich an Kompetenz gewonnen.

„Der Kompetenzgewinn fällt in diesen Zielgruppen deswegen so hoch aus, weil während der Krise alternative Kommunikationsmöglichkeiten mit Freunden und Familie gefunden werden mussten. Auch der rasche Umstieg ins Homeoffice hat dazu geführt, dass Personen, die früher eher internet-avers waren, neue digitale Kompetenzen entwickelt haben.“, so dazu Martin Mayr, Mitglied der Geschäftsleitung von Integral.

Internet-Telefonie und Cloud Services legen am stärksten zu

Generell ist mit der Kompetenz auch die Vielfalt der Internetnutzung gestiegen. Bei einigen Anwendungsbereichen zeigt sich dies besonders deutlich. So hat das Telefonieren über das Internet von 45 Prozent (Q1/2020) auf 63 Prozent (Q2/2020) deutlich zugenommen. Bei Frauen über 60 fällt dieser Zuwachs noch deutlicher aus. Auch der Austausch von Dateien über Cloud Services hat an Bedeutung gewonnen – die Nutzung ist von 34 Prozent auf 40 Prozent gestiegen. Andere Bereiche, wie etwa Streaming, Spielen oder Online-Shopping verzeichnen einen moderaten Zuwachs. Es ist damit zu rechnen, dass das Nutzungsniveau dieser Anwendungszwecke stabil bleibt bzw. weiter zulegen wird. Hingegen ist der gemessene Rückgang bei der Nutzung von Online-Fahrplänen oder Hotelbuchungen auf den Lockdown zurückzuführen und lässt mittel- und langfristig eine Erholung auf den Wert vor Corona erwarten.

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