Fixkostenzuschuss: Was Unternehmen beachten müssen

07. Juli 2020 Drucken
Fixkostenzuschuss: Was Unternehmen beachten müssen
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Seit Mitte der 1970er-Jahre steht Gregorich & Partner ihren Klienten als Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei zur Seite. Geschäftsführer Johannes Bertagnoli, Stammgast in der Shortlist für den besten Steuerberater Österreichs, erläutert in diesem Beitrag, wie Unternehmen ihren Fixkostenzuschuss beantragen können.

Seit dem 20. Mai 2020 kann der Fixkostenzuschuss beantragt werden. Diese Förderung für Unternehmen wurde auch von der EU-Kommission genehmigt. Die Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei Gregorich & Partner hat alle wichtigen Fakten für eine erfolgreichen Beantragung gesammelt und aufbereitet.

Damit ein Unternehmen begünstigt ist müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Unternehmen mit Sitz und operativer Tätigkeit in Österreich
  • keine aggressive Steuerplanung
  • keine Finanzstrafe in den letzten fünf Jahren
  • kein Unternehmen in Schwierigkeit und kein anhängiges Insolvenzverfahren
  • das Unternehmen hat zumutbare Maßnahmen gesetzt, um die Fixkosten zu reduzieren
  • Umsatzausfall von zumindest 40% durch die Ausbreitung von COVID-19

Als Betrachtungszeitraum für den Umsatzausfall kommt wahlweise das 2. Quartal 2020 oder ein zusammenhängender, drei Monate nicht übersteigender Zeitraum aus der Periode 16. März bis 15. September 2020 in Betracht, wobei diesfalls der Beginn immer auf einen 16. und das Ende auf einen 15. des Monats fällt. Für die Berechnung des Umsatzausfalles sind die Waren- und Leistungserlöse des gewählten Betrachtungszeitraumes aus 2020 jenen aus 2019 gegenüberzustellen. (Leistungsdatum; nicht Rechnungsdatum)

Unter der Voraussetzung, dass es zu keinen willkürlichen zeitlichen Verschiebungen kommt, können bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern sowohl die Fixkosten als auch die Umsatzerlöse nach dem Zu- und Abflussprinzip erfasst werden. Der einmal gewählte Betrachtungszeitraum kann nicht mehr abgeändert werden (spricht für eine spätere Antragstellung). Ein Antrag ist bis 31.08.2021 möglich.

Fixkostenzuschuss: Ausbezahlung vorbehaltlich budgetärer Deckung

Die Auszahlung der Zuschüsse erfolgt jedoch vorbehaltlich der budgetären Deckung (dies spricht für eine frühere Antragstellung). Die Entscheidung über den Zeitpunkt der Antragstellung muss jeder Unternehmer für sich treffen. Der Fixkostenzuschuss ist nach der Höhe des Umsatzausfalls gestaffelt:

  • 40-60% Umsatzausfall: 25% Ersatzleistung für entstandene Fixkosten
  • 60 -80% Umsatzausfall: 50% Ersatzleistung für entstandene Fixkosten
  • 80-100% Umsatzausfall: 75% Ersatzleistung für entstandene Fixkosten

Der Zeitraum für die Ermittlung der Fixkosten ist vom Zeitraum des Umsatzausfalls abhängig. Wird als Betrachtungszeitraums des Umsatzausfalls das 2. Quartal oder 16.03-15.06.2020 herangezogen, sind die Fixkosten des Unternehmens zwischen 16.03.2020 und 15.06.2020 relevant.

Die Auszahlung des Fixkostenzuschusses erfolgt in drei Tranchen: Die erste Tranche umfasst höchstens 50% und kann bereits beantragt werden. Wie bereits oben erwähnt ist vor der Antragstellung sicher zu stellen, dass der Betrachtungszeitraum optimal betreffend Umsatzausfall und Höhe der Fixkosten gewählt wird. Die zweite Tranche umfasst weitere 25% und kann ab 19.08.2020 beantragt werden. Ab 19. November 2020 können die restlichen 25% beantragt werden.

Zu den Fixkosten zählen grundsätzlich

  • Geschäftsraummiete und Pachtgebühr, insofern sie in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens steht,
  • betriebliche Versicherungsprämien,
  • Zinsaufwendungen, sofern die zu Grunde liegenden Kredite nicht an verbundene Unternehmen durchgereicht werden,
  • der Finanzierungskostenanteil der Leasingraten (nicht der Tilgungsanteil),
  • Aufwendungen für sonstige vertraglich betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen, die nicht das Personal betreffen,
  • Betriebliche Lizenzgebühren (insofern die empfangende Körperschaft nicht konzernzugehörig ist),
  • Aufwendungen für Strom, Gas, Telekommunikation,
  • Wertverlust bei verderblicher Ware,
  • Angemessener Unternehmerlohn bei einkommensteuerpflichtigen Unternehmen (natürliche Personen als Einzel- oder Mitunternehmer, abhängig vom Gewinn des letzten Jahres, mindestens EUR 666,66, maximal EUR 2.666,67)
  • sowie Personalaufwendungen, die ausschließlich für die Bearbeitung von krisenbedingten Stornierungen und Umbuchungen anfallen.

Für die Antragstellung sind folgende Unterlagen/Informationen notwendig:

  • Entscheidung betreffend des Betrachtungszeitraums (kann nicht mehr geändert werden)
  • Garantienummer und Kreditkontonummer falls ein Kredit mit Haftungsübernahme von COFAG, aws oder ÖHT aufgenommen wurde
  • Umsätze im Vergleichszeitraum 2019 und Betrachtungszeitraum 2020 (Planungsrechnung für den Betrachtungszeitraum 2020)
  • Bereits erhaltene Zuwendungen von Gebietskörperschaften im Zusammenhang mit COVID-19 (davon ausgenommen sind Zahlungen betreffend Kurzarbeit und des Härtefallfonds)
  • Aufstellung der Fixkosten (Planungsrechnung für den Betrachtungszeitraum 2020)
  • Beauftragung und Zustimmungserklärung

Die Antragstellung kann bis zu einer Zuschusshöhe von EUR 12.000 vom Unternehmer selbst über Finanzonline gestellt werden. Über EUR 12.000 muss der Antrag von einem Steuerberater über Finanzonline gestellt werden.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.