Gold und Immobilien beliebteste Anlageformen in Krisenzeiten

24. Juli 2020 Drucken
Gold und Immobilien beliebteste Anlageformen in Krisenzeiten
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Sparer setzen in Corona-Zeiten auf das Edelmetall. Gute Zeiten auch für Investmentfonds, Immobilien und dem klassischen Sparstrumpf in Österreich. Das GfK Stimmungsbarometer gibt einen Überblick über die aktuellen Interessen der Österreicher beim Thema Spar- und Anlageformen.

Auf dem 3. Platz der beliebtesten Spar- und Anlageformen mit 29 Prozent liegt das Interesse der Österreicher für Gold. Dies stellt einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum vergangenen Jahr dar, wo Gold von lediglich 24 Prozent der Befragten als besonders interessant eingestuft wurde. „Gold wird offensichtlich beflügelt durch Corona. Diese Vermutung liegt nahe, da auch in der Vergangenheit der risikoaverse österreichische Sparer in Krisenzeiten gerne zu festen Werten gegriffen hat“, sagt Ursula Swoboda, Commercial Director der GfK Austria. So würden die Österreicher in Zeiten wie diesen auf die ganz ursprünglichen Anlageformen setzen und erstmalig seit 2016 wieder reges Interesse in diesem Bereich zeigen.

Seit 2017 positionieren sich Investmentfonds solide mit 24 Prozent – auch hier bemerkt man nun ein starkes Umdenken: Mit 28 Prozent im ersten Halbjahr 2020 liegen diese nur knapp unter Gold (29 Prozent) und etwas über dem gesunkenen Bausparvertrag, welcher im Interesse wieder etwas nach unten gerutscht ist (von 31 Prozent auf 27 Prozent). „Ein Anstieg von 4 Prozent bei den Investmentfonds im Vergleich zu den Vorjahren ist beachtlich. Damit sind Investmentfonds so stark wie schon lange nicht mehr“, Swoboda.

„Sparen zu Hause“ gewinnt an Attraktivität

Spannend sei außerdem der Anstieg beim „Sparen zu Hause“. Nachdem aufgrund von niedrigen Zinsen in der vergangenen Zeit das Sparen generell immer unattraktiver wurde und selbst der Sparstrumpf an Attraktivität kurzfristig leicht einbußen musste, überrascht diese Sparform im 1. Halbjahr 2020. Nach einem Rückgang im Gesamtjahr 2019 von 22 Prozent auf 19 Prozent, liegt dieser nun wieder auf den ursprünglichen 22 Prozent. „Wie beim Gold, setzen die Österreicherinnen und Österreicher auf ursprünglichere Formen des Sparens und Produkte, die sie wortwörtlich selbst in der Hand haben können“, so die Expertin.

Tendenzielle Verlierer in der Covid-19-Krise sind Sparbuch und Bausparer. Wie auch schon im Gesamtjahr 2019 prognostiziert, verringert sich der Verdruss der Sparer auch in diesen Zeiten nicht. Sparbuch und Bausparer haben es nicht leicht und rutschen kontinuierlich weiter nach unten. Nachdem der Bausparer um 2 Prozent von 2018 auf 2019 verlor und nur noch bei 31 Prozent lag, besetzt er nun nur mehr den 5. Platz mit 27 Prozent (weitere minus 4 Prozent).

Anders sieht es auch nicht beim Sparbuch aus: „Auch die alteingesessene Anlageform des Sparbuchs zeigt immer mehr rückläufige Tendenzen. Von soliden aber vergleichsmäßig trotzdem niedrigen 20 Prozent in den vergangenen Jahren, sagen Herr und Frau Österreicher in Krisenzeiten großteils „Nein“ zum Sparbuch. Nur noch schlaffe 17 Prozent schätzen dies als gute Anlageform ein“, so Ursula Swoboda.

Immobilien und Edelmetall beliebteste Anlageformen

Einen weiteren Einbruch verspürt das Online-Sparkonto welches kontinuierlich immer uninteressanter wird (2018 noch 28 Prozent, 2020 bereits bei 22 Prozent). Unangefochtenen Platz 1. und mit einem leichten Anstieg von 1 Prozent weiterhin das Eigenheim. Der Kauf von Eigentumswohnen und Häusern liegt weiterhin über 30 Prozent und seit der Krise sogar für Herrn und Frau Österreicher bei starken 38 Prozent. „Zusammenfassend kann man sagen, dass die Österreicherinnen und Österreicher in Krisenzeiten auf Gold, Sparstrümpfe und Immobilien setzen und ihre Anlagen fest im Griff haben möchten,“ so Swoboda.