Covid-Umfrage: Österreicher haben klare Meinung zu Maßnahmen

03. August 2020 Drucken
Covid-Umfrage: Österreicher haben klare Meinung zu Maßnahmen
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Covid-19 sorgt laut WIFO hierzulande für einen historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Aus ökonomischer Sicht zählt der Handel zu den am stärksten betroffenen Branchen, die Handelsunternehmen rechnen im Schnitt mit einem Umsatzrückgang von minus 32 Prozent. Doch wie sieht es auf Konsumentenseite aus? Dieser Frage ist der Handelsverband gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitute Mindtake in der jüngsten Ausgabe des Consumer Check nachgegangen.

Eine Mehrheit von 62 Prozent der Österreicher würde sich impfen lassen, sobald es einen wirksamen Impfstoff gegen Covid-19 gibt. Zurzeit wird weltweit an der Entwicklung eines Impfstoffes geforscht, auch Österreich ist daran beteiligt. Erste Tests stehen jetzt an, doch es ist Geduld gefragt: Ein Impfstoff muss nicht nur wirksam, sondern auch sicher sein.

„Was die am 24. Juli wiedereingeführte bundesweite Maskenpflicht in Supermärkten betrifft, hat die Bevölkerung eine klare Meinung: Fast 80 Prozent befürworten diese Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus“, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Generell werden folgende Anti-Covid-Maßnahmen von der heimischen Bevölkerung als am sinnvollsten eingestuft:

  • Einhaltung eines Mindestabstandes von 1m (50 Prozent)
  • Regelmäßiges Händewaschen (49 Prozent)
  • Tragen von Schutzmasken (47 Prozent)
  • Vermeiden von Menschenmassen (47 Prozent)
  • Regelmäßige Desinfektion (22 Prozent)
  • Auf Auslandsreisen verzichten (18 Prozent)
  • Stärken des eigenen Immunsystems (15 Prozent)

E-Commerce profitiert, stationärer Handel unter Druck

Spannend ist auch, welche Auswirkungen Covid-19 auf unser Kaufverhalten hat. Hier zeigt der Consumer Check ein deutliches Bild: Während 23 Prozent der Österreicher seit Beginn der Krise verstärkt im Onlinehandel einkaufen, trifft dies im stationären Handel nur auf 8 Prozent der Konsumenten zu. Andererseits geben 15 Prozent an, seit Krisenbeginn weniger online zu shoppen, im klassischen Handel beläuft sich der Anteil der „Einkaufsmuffel“ allerdings auf 24 Prozent.

„Corona wirft wie befürchtet einen langen Schatten auf das Konsumklima. Das zeigt sich jetzt insbesondere bei kostspieligen Anschaffungen, etwa Autos. Mehr als jeder fünfte Österreicher verschiebt zurzeit größere geplante Anschaffungen im Handel oder streicht diese komplett“, so Will.

Welche Veränderungen zeigen sich auf Produktebene? Über die stärksten Nachfragesteigerungen dürfen sich Hygieneprodukte wie Mundschutz (59 Prozent), Desinfektionsmittel (48 Prozent), Seife und Einweghandschuhe (je 27 Prozent) freuen. Auch Lebensmittel werden von 18 Prozent der Verbraucher häufiger gekauft als vor der Krise. Auch das Freizeitverhalten hat sich Corona-bedingt in folgenden Bereichen intensiviert:

  • Internetsurfen (36 Prozent)
  • Selber kochen (36 Prozent)
  • Fernsehen (34 Prozent)
  • Spazieren (31 Prozent)
  • Telefonieren (30 Prozent)

Überwiegend Zustimmung für Covid-Maßnahmen

Überwiegend positiv bewerten die Österreicher die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der gesundheitlichen Folgen der Corona-Krise: 23 Prozent vergeben dafür die Note „Sehr gut“, 43 Prozent ein „Gut“, 21 Prozent ein „Befriedigend“, 7 Prozent ein „Genügend“ und 6 Prozent ein „Nicht genügend“.

Etwas besser als noch vor einigen Wochen bewerten die heimischen Konsumenten auch die Bemühungen der Regierung, den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie entgegenzutreten. 11 Prozent der Befragten vergeben hierfür ein „Sehr gut“, 29 Prozent ein „Gut“, 31 Prozent ein „Befriedigend“, 14 Prozent ein „Genügend“ und 15 Prozent ein „Nicht genügend“. Die Bewertung der Bürger weicht naturgemäß deutlich von jener ab, welche die Unternehmen als Betroffene abgegeben haben.

„Wir haben die Gesundheitskrise bislang besser gemeistert als die meisten anderen Länder. Bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen wurde zuletzt an den richtigen Stellschrauben gedreht. Unsere Betriebe sind sich jedoch einig, dass neben dem Konjunkturprogramm im Herbst und der Fortführung der Kurzarbeit noch weitere Schritte folgen müssen, da die Krise lange Schatten auch in 2021 werfen wird. Konsum ist Psychologie. Wichtig ist sowohl der Bevölkerung als auch der Wirtschaft, dass möglichst klare und nachvollziehbare Maßnahmen auf einem gesundheitsbehördlichen Fundament gesetzt werden. Das schafft Planbarkeit und trägt zu einem Klima der Zuversicht bei. Stets unter dem Motto: lokal vor regional vor national“, so Will abschließend.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.