Österreich ist viertgrößter EU-Importeur von Plastikmüll

14. August 2020 Drucken
Österreich ist viertgrößter EU-Importeur von Plastikmüll
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Österreich importiert laut der Umweltorganisation Greenpeace Jährlich 240.000 Tonnen Plastikmüll aus dem Ausland. Die Umweltschützer berufen sich dabei auf eine eigene Analyse auf Basis von Eurostat-Zahlen. Demnach liegen nur Deutschland, die Niederlande und Belgien vor Österreich.

Viele dieser Abfälle stammen laut Greenpeace aus Deutschland, Polen und Slowenien, aber auch aus Übersee, etwa Taiwan, Thailand oder Mexiko. Der importierte Plastikmüll werde in Österreich großteils verbrannt oder teilweise für Recycling verwendet. Greenpeace kritisierte „den intransparenten und klimaschädlichen Handel mit Plastikmüll, der die Umweltprobleme durch Plastik verlagert und hinter falschen Versprechen verschleiert.“ Die Umweltschutzorganisation forderte das Aus von Einwegverpackungen und den Ausbau von Mehrwegsystemen.

„Mit dem Verschiffen von Plastikmüll und dem Versprechen von Recycling täuschen die Unternehmen vor, dass sie das Plastikproblem im Griff haben. Doch in Wahrheit wachsen die Müllberge noch immer rapide an. Politik und Unternehmen müssen unnötige Verpackungen deutlich reduzieren und Mehrweg-Verpackungen anbieten“, betonte Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace in Österreich.

Weltweiter Handel mit Plastikmüll

Greenpeace brachte das Beispiel PET-Flaschen: Rund 40 Prozent des PET, das jährlich in Österreich im Zuge des Recyclings verarbeitet werde, sei PET-Müll aus dem Ausland. Der Großteil davon stamme offiziell aus Italien. Allerdings sei nicht gesichert, dass Italien und andere EU Länder wirklich die Ursprungsländer des Plastikmülls sind. Plastikabfall wird weltweit gehandelt, umsortiert und dann häufig innerhalb der EU weiter transportiert. In den offiziellen Statistiken kann das Ursprungsland der Rohstoffe nicht zurückverfolgt werden.

Der Umweltorganisation zufolge ist Recycling nicht das alleinige Mittel gegen die wachsenden Müllberge. Denn die Wiederverwertung stoße schnell an ihre Grenzen. Nur 25 Prozent der Kunststoffe in Österreich würden überhaupt recycelt. Und selbst beim Recycling-Vorzeigebeispiel PET-Flaschen würden nur 30 Prozent des Materials wieder zu Flaschen verwertet. Fast die Hälfte des PET-Mülls werde in Österreich klimaschädlich verbrannt.

„Unser Ziel muss sein, Verpackungen zu vermeiden oder wiederzuverwenden, damit sie so lange wie möglich im Kreislauf bleiben und nicht zu Müll werden. Die Politik muss sich an der Abfallvermeidung-Pyramide orientieren – das heißt primär Maßnahmen zur Vermeidung und Wiederverwendung unterstützen“, forderte Panhuber. (APA/red)