4,2 Prozent der Neuwagen waren im ersten Halbjahr Elektroautos

17. August 2020 Drucken
4,2 Prozent der Neuwagen waren im ersten Halbjahr Elektroautos
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Österreich hat bei den Neuzulassungen von Elektroautos den fünfthöchsten Anteil in der EU. 4,2 Prozent der Neuwagen des ersten Halbjahres 2020 fahren elektrisch.

EU-Spitzenreiter ist die Niederlande, neun Prozent der Neuwagen sind Elektroautos und fahren dort ausschließlich mit Strom. Dem VCÖ, der die EU-Statistik auswertete, ist der Anteil Österreichs zu gering. Dieser reiche nicht, um die Klimaziele zu erreichen.

Zwischen den Niederlande und Österreich liegen Schweden mit einem E-Pkw-Anteil von 7,2 Prozent, Frankreich mit 6,3 Prozent und Portugal mit 5,6 Prozent. Das Autoland Deutschland liegt mit 3,5 Prozent hinter Österreich. In absoluten Zahlen sind die Neuzulassungen von Elektroautos noch gering: In Österreich waren es heuer zwischen Jänner und Juni 4.805. Den höchsten E-Pkw-Anteil Europas haben Norwegen mit fast 47 Prozent und Island mit 27 Prozent.

Elektroautos boomen

In den Vormonaten – also von Jänner bis Juni – habe es insgesamt 5.498 Registrierungen gegeben, also durchschnittlich etwas mehr als 900 pro Monat. Seit Beginn der E-Mobilitätsförderung Anfang 2019 habe es insgesamt 14.207 Einreichungen gegeben. Ein Antrag auf Förderung ist noch bis Ende des Jahres bzw. solange das Budget reicht möglich. Veranschlagt waren für die beiden Jahre 2019/2020 insgesamt 93 Mio. Euro.

Davon sind mittlerweile noch 9,76 Mio. Euro für die E-Mobilitätsförderung für Private verfügbar. Das Budget für 2020 betrug insgesamt 8,3 Mio. Euro, hinzugekommen seien allerdings noch die Mittel aus dem Vorjahr, die nicht abgeholt worden seien, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums. Für die Förderung für Betriebe, Gebietskörperschaften und Vereine sind noch 6,16 Mio. Euro übrig. Das Budget für 2020 war mit 20 Mio. Euro veranschlagt.

Seit 1. Juli bekommt man in Österreich beim Kauf eines Elektrofahrzeugs bis Jahresende eine erhöhte Förderung. So stieg die Förderung für E-Autos von 3.000 auf 5.000 Euro an, für E-Motorräder gibt es im nächsten halben Jahr 1.200 statt 1.000 Euro und für Elektro-Mopeds 800 statt 700 Euro. Lastenfahrräder werden mit 850 Euro gefördert.

Der VCÖ kritisierte, dass gleichzeitig auch Diesel gefördert wird. Die fehlende CO2-Bepreisung und die Steuerbegünstigung von Diesel seien Hindernisse für die E-Mobilität, so der Verkehrsclub. „Österreich kann von den Spitzenreitern lernen, dass Förderungen und Steuerbegünstigungen alleine die E-Pkw nicht zum Durchbruch bringen. Es braucht auch Maßnahmen bei den Verbrenner-Pkw“, so VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Insgesamt gibt es in Österreich aktuell rund 34.000 Elektroautos. Mit gut fünf Millionen Diesel und Benzinern sind rund 146 Mal so viele Verbrenner-Pkw wie Elektroautos unterwegs. Genaue Zahlen, wie schnell der Anteil mit einer Förderung steigen würde, gibt es jedoch nicht.