AIT sucht Wege zu mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft

18. August 2020 Drucken
AIT sucht Wege zu mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft
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Das AIT und die Wirtschaftsuniversität veranstalten von heute bis Freitag die International Sustainability Transitions Online Konferenz.

Heute startet die 11. International Sustainabiltiy Transitions Conference (IST2020). Im Mittelpunkt steht das Thema „Governance in Zeiten des Wandels – Nachhaltigen Wandel ermöglichen“. Organisiert wird die erstmals online von 18.-21. August stattfindende Konferenz über Nachhaltigkeit vom AIT Center for Innovation Systems and Policy gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Urban Management and Governance der Wirtschaftsuniversität Wien.

Ziel ist es den Austausch über den Wandel sozio-technischer Systeme in den Bereichen Energie, Mobilität, Gesundheit und Ernährung zwischen WissenschaftlerInnen und PraktikterInnen zu intensivieren. Erwartet werden über 500 TeilnehmerInnen in der ganzen Welt, die sich in über 100 Sessions mehr als 11 Stunden täglich austauschen können.

Nachhaltigkeit: Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft

Dieses erstmals als Online-Konferenz konzipierte jährliche Treffen zu neuesten Forschungsergebnisse und transdisziplinäre Erfahrungen wird auch konkrete Handlungsoptionen aufzeigen und einen Dialog mit PraktikerInnen ermöglichen. Dafür wird die Konferenz auch von der Wirtschaftsagentur Wien, der Arbeiterkammer Wien und dem Klima- und Energiefonds finanziell unterstützt.

„Wir stehen mit der Klimakrise vor der größten gesellschaftlichen Herausforderung, seit Beginn der Industrialisierung. Deren Bewältigung wird ohne einen umfassenden Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft nicht möglich sein“, beschreibt Klaus Kubeczko, Conference Chair und Nachhaltigkeits- und Innovationsexperte am Center for Innovation Systems & Policy des AIT Austrian Institute of Technology, die Motivation, eine wissenschaftliche Konferenz zu dem Thema nach Wien zu holen.

„Es gibt viele Pilot-Projekte, die sehr gute Lösungen liefern. Aber die Frage ist: Wie schafft man es, dass eine erfolgreich getestete Lösung auch anderswo funktioniert – simples copy-paste greift nachweisbar zu kurz“, resümiert die AIT-Forscherin Gudrun Haindlmaier, die die Konferenz mitorganisiert. Zu dieser Frage gibt es derzeit entweder keine befriedigenden Antworten – oder diese fordern die Innovationsökosysteme wegen ihrer Komplexität und ihrer Ressourcenintensivität noch zu sehr heraus.

Green New Deal

Sehr wohl gibt es aber eine Reihe von Initiativen, die Umbrüche im großen Stil im Fokus haben. Dazu zählt etwa der „European Green Deal“, mit dem die EU den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung mehr Nachhaltigkeit vorantreiben will und sich dabei auch einen wirtschaftlichen Erfolg erwartet. Dazu hat die britische Forscherin und Buchautorin Ann Pettifor, die bei der Konferenz die Eröffnungs-Keynote halten wird, einiges zu sagen. Pettifor war vor mehr als 10 Jahren an der ersten „Green New Deal“-Initiative in Großbritannien.

Beiträge, die sich mit dem Systemwandel aus anderen Blickwinkeln befassen, kommen von den anderen beiden Keynote-Speakern: Koen Frenken (Uni Utrecht) spricht über die Rolle der Plattform-Ökonomie, und Karoline Rogge (Uni Sussex und ISI Fraunhofer Institut) über den richtigen Policy-Mix zur Wende im Energiesektor. „Das Programm der Konferenz ist bewusst sehr breit aufgestellt.

Der Themenbogen umfasst Energiewende, Mobilitätswende, Transition im Bereich der Ernährung und Kreislaufwirtschaft genauso wie Governance-Prozesse in der Smart City sowie die Frage nach dem langfristigen Wandel der Gesellschaft“ so Verena Madner, Expertin für Recht- und Governance an der WU und ebenfalls Conference Chair der IST2020.

Neue kreative Formate

Die IST2020 findet auf der Konferenzplattform Hopin statt. Um den Dialog online zu ermöglichen, gemeinsame Ideen zu diskutieren und Kontakte zu knüpfen, wurden neue Formate entwickelt wie beispielsweise die IST2020 Galerie. Letztere kombiniert einen flexiblen On-Demand-Zugang zu den Beiträgen und bietet die Möglichkeit einer spannenden Live-Diskussion.

Neben den klassischen Konferenzformaten wie Paper Sessions, Speed Talks und Dialogue Sessions, gibt es auch unterschiedliche Möglichkeiten für Online-Networking, wie im „Viennese mélange“ room, was in Zeiten ohne physische Treffen besonders wichtig ist. Abgerundet wird das Programm durch Performances aus dem Kunst-Projekt Ganymed, Online-Yoga, einem musikalischen Highlight mit Chris Emray und einer Kooperation mit der Kinderuni Wien.