E-Autos für Hersteller und Käufer laut Studie weiter teuer

27. August 2020 Drucken
E-Autos für Hersteller und Käufer laut Studie weiter teuer
© APA/dpa

Elektroautos dürften die Gewinnmargen der Autobauer auf absehbare Zeit weiter belasten. Das könnte die schnellere Verbreitung der Elektro-Mobilität bremsen. Besserung in der Renatabilität ist laut PwC erst 2024 in Sicht.

Nach einer Studie der Unternehmensberatung PwC kostet sie die Herstellung eines E-Autos mit 300 Kilometern Reichweite derzeit rund 4.500 Euro mehr als ein klassischer Verbrenner. Ein vergleichbarer Plug-in-Hybrid mit 100 Kilowatt Leistung koste die Autobauer 3.600 Euro mehr.

Die Mehrkosten könnten sie aber nur teilweise an die Autokäufer weitergeben. Um die Vorgaben der EU zu erfüllen und Strafzahlungen zu vermeiden, müssten Autohersteller den Anteil elektrifizierter Autos bis 2030 trotzdem auf 35 bis 45 Prozent erhöhen. Die Käufer bekämen ein neues Fahrgefühl, Komfort und Zufahrt zu Null-Emissions-Zonen in Städten, sagte PwC-Strategy&-Branchenexperte Jörn Neuhausen – und bei Elektro-Kleinwagen mit 150 Kilometern Reichweite sogar heute schon niedrigere Gesamtkosten als mit einem Diesel oder Benziner.

E-Autos: Ab 2024 Vorteil auch ohne Förderung

Bei Kompakt- und Mittelklasseautos mit 300 Kilometern E-Reichweite erwartet PwC ab 2024 auch ohne Förderung einen Kostenvorteil für Verbraucher. Dass leistungsstarke Batterie-Autos mit Reichweiten von über 600 Kilometern Käufern einen Betriebskostenvorteil bieten, sei dagegen nicht in Sicht.

Dabei rechnet PwC damit, dass die Kosten für Batteriezellen von heute 90 Euro je Kilowattstunde in zehn Jahren auf 68 Euro sinken könnten. Kobaltarme Materialien, der vermehrte Einsatz von Silizium oder neue Beschichtungsverfahren könnten dazu beitragen. Die Mehrkosten für Plug-in-Hybride könnten so bis 2030 auf 2.500 Euro sinken, für E-Autos auf 1.500 Euro und für Brennstoffzellen-Autos auf 3.000 Euro.

„Für Automobilhersteller senken hohe Produktions- und Rohstoffkosten aktuell noch die Margen, daher sind Investitionen in technologischen Fortschritt der größte Hebel für zukünftige Kostensenkungen bei gleichzeitiger Leistungssteigerung“, sagte Neuhausen.

Österreich hat bei den Neuzulassungen von Elektroautos den fünfthöchsten Anteil in der EU. 4,2 Prozent der Neuwagen des ersten Halbjahres 2020 fahren elektrisch. EU-Spitzenreiter ist die Niederlande, neun Prozent der Neuwagen sind Elektroautos und fahren dort ausschließlich mit Strom. Dem VCÖ, der die EU-Statistik auswertete, ist der Anteil Österreichs zu gering. Dieser reiche nicht, um die Klimaziele zu erreichen. (APA/dpa)