DHK: Deutschland und Österreich werden Weg aus der Krise finden

01. September 2020 Drucken
DHK: Deutschland und Österreich werden Weg aus der Krise finden
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Bei einer Pressekonferenz der Deutschen Handelskammer in Österreich (DHK) beleuchteten zwei Experten aus dem Automotive-Sektor die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Perspektiven zur Bewältigung der Coronakrise aus Unternehmenssicht.

Hans Dieter Pötsch, Präsident der Deutschen Handelskammer (DHK) in Österreich, Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG sowie Vorstandsvorsitzender der Porsche SE, und F. Peter Mitterbauer, Vorstandsvorsitzender des oberösterreichischen Industrie- und Technologieunternehmens Miba und Vizepräsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich.

Die Coronapandemie belaste die deutsche und österreichische Wirtschaft zwar in einem „“nie da gewesenen Ausmaß“, sagte Hans Dieter Pötsch, doch es helfe nicht weiter, die Entwicklung in Schockstarre zu verfolgen. Vielmehr gehe es darum, in die Zukunft zu blicken. Die stabile und eng verflochtene Wirtschaftsbeziehung zwischen Deutschland und Österreich sei auch in Krisenzeiten ein Vorteil, so Pötsch. Er sei zuversichtlich, dass Deutschland und Österreich einen Weg aus der Krise finden werden.

DHK: „Für offene Märkte zu sorgen“

Protektionismus und Renationalisierung der Produktion seien laut DHK keine Lösung für die aktuellen Probleme. Pötsch: „Offene Märkte sind sowohl für die deutsche als auch für die österreichische Wirtschaft von großer Bedeutung für den Wohlstand dieser Länder.“ In Deutschland hänge jeder vierte Arbeitsplatz am Export, in der Industrie sogar jeder zweite.

„Das Zusammenbrechen von globalen Lieferketten während des Lockdowns sollte uns nicht zu dem falschen Schluss führen, dass Protektionismus und Renationalisierung Antworten liefern können“, betonte auch F. Peter Mitterbauer. Gerade für ein kleines Land wie Österreich sei es essenziell, dass die Unternehmen ungehindert weltweit aktiv sein können. Für die in Oberösterreich beheimatete Miba Gruppe ist Deutschland weltweit der mit Abstand wichtigste Markt, gefolgt von den USA und China. Mit einem Umsatzanteil von 47 Prozent im vorigen Geschäftsjahr ist Automotive der größte Geschäftsbereich der Miba.

Derzeit ist bei den weltweiten Automobilmärkten insgesamt von einem Umsatzrückgang von 15 bis 20 Prozent auszugehen. Pötsch rechnet damit, dass der Trendverlauf der Automobilindustrie auch über dieses Jahr hinaus unter dem Vorkrisenniveau bleiben wird. Staatliche Hilfsprogramme zur Unterstützung der Wirtschaft seien daher wichtig und richtig. Die Politik verdiene dafür Lob und Anerkennung, so der Präsident der Deutschen Handelskammer in Österreich. Diese Hilfsprogramme hätten maßgeblich dazu beigetragen, die Situation in Deutschland, Österreich und in großen Teilen der Europäischen Union zu stabilisieren, so Pötsch.

Hilfsprogramme nachjustieren

Nun müssten alle Anstrengungen der Wirtschaft, der Politik und der Zivilgesellschaft darauf ausgerichtet sein, einen zweiten Lockdown zu verhindern. Zudem steige der Handlungsdruck, Firmenpleiten entgegenzuwirken: Insbesondere in der Zulieferindustrie werde die Lage für kleine und mittlere Unternehmen immer kritischer. Die Erwartung an die Politik sei daher auch, dass die bisherigen Konjunkturprogramme auf ihre Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden. Pötsch: „Es muss alles getan werden, um die Wirtschaft insgesamt und die Autoindustrie im Besonderen robust aufzustellen.“

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.