Arbeitgeber: Studierende bevorzugen große Namen

02. September 2020 Drucken
Arbeitgeber: Studierende bevorzugen große Namen
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Bei der Frage, welche Arbeitgeber für Studierende und Absolventen am attraktivsten sind, bleiben große Automobilkonzerne weiterhin an der Spitze der Nahrungskette: So sind neben Red Bull und Google auch die BMW Group, Audi und die Porsche Holding in den Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber sowohl für Wirtschafts- als auch Studierende technischer Fächer zu finden.

Die gute Nachricht für heimische Unternehmen: Mit der STRABAG, PORR und der ÖBB konnten sich drei bekannte österreichische Player in die Top Ten der Arbeitgeber bei Engineering- und IT-Absolventen vorarbeiten“, sagt Barbara Oberrauter-Zabransky, Studienleiterin bei StepStone Österreich. Auch Unternehmen wie die Österreich Werbung, die Wiener Städtische und die Post zählen zu den Gewinnern im vergangenen Jahr, ergänzt Daniel Hauser, Employer Branding Advisor Österreich für Universum. „Seitens der Wirtschaftsabsolventen setzt man im Unterschied dazu auf die Vereinten Nationen, Microsoft und die L’Oréal Group.“ Das zeigt eine aktuelle Studie der StepStone-Tochter Universum, für die österreichweit mehr als 10.000 Studierende und Absolventen befragt wurden.

Top 10 Arbeitgeber Wirtschaft

  • Red Bull
  • Google
  • BMW Group
  • Audi
  • United Nations
  • Microsoft
  • Porsche Holding
  • Raiffeisen Bank International
  • L’Oréal Group
  • Außenministerium

Top 10 Arbeitgeber Ingenieure/IT

  • Google
  • Siemens
  • Microsoft
  • Audi
  • BMW Group
  • STRABAG
  • PORR
  • Red Bull
  • Porsche Holding
  • ÖBB

Was macht Arbeitgeber attraktiv für Nachwuchstalente?

Für ihren ersten Job suchen sowohl Absolventen der Wirtschaftswissenschaften als auch IT-Studierende große internationale Organisationen. Aber auch österreichische Unternehmen stehen bei Absolventen hoch im Kurs. Vor allem Engineering- und IT-Studierende würden einen Job bei einem heimischen KMUs mit 11 bis 50 Mitarbeitern in Betracht ziehen, während sich Wirtschaftsabsolventen eher in Firmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden wohl fühlen.

Neben einem attraktiven Grundgehalt und einem hohen Einkommen in der Zukunft zählen für die Studierenden auch Weiterbildungsmöglichkeiten, ein abwechslungsreicher Aufgabenbereich sowie ein innovatives und freundliches Arbeitsumfeld zu den wichtigsten Attraktivitätsfaktoren. Damit unterscheiden sich österreichische Studierende von ihren Kolleginnen und Kollegen im Nachbarland, sagt Daniel Hauser, Account Manager Österreich für Universum. „Die Top-Präferenzen auf dem österreichischen Markt sind im Vergleich der gesamten DACH-Region etwas stärker auf monetäre Themen ausgerichtet.“

Welche Branchen punkten bei Absolventen?

Wenig überraschend zieht es Absolventen von Wirtschaftswissenschaften vor allem in die Bereiche Management, Unternehmensberatung und Banken. „Bis zum vergangenen Jahr haben sich Wirtschaftsabsolventen auch stark für den Automobilbereich interessiert“, so Oberrauter-Zabransky. „Diese Branche wurde in den Top fünf nun aber von der Wirtschaftsprüfung abgelöst.“

Bei Absolventen von IT und Engineering stehen weiterhin die Software- und Automobilbranche sowie der Maschinenbau hoch im Kurs. Aber auch hier gibt es im Lauf der Jahre veränderte Präferenzen, stellt Oberrauter-Zabransky fest: „Waren in den vergangenen Jahren noch die Bereiche Bildung und Wissenschaft für digitale Berufseinsteiger wichtig, geht es nunmehr in Richtung Architektur und Stadtplanung.“

Top 5 Branchen Wirtschaft:

  • Management und Consulting
  • Marketing, Werbung, PR
  • Bankenwesen
  • Wirtschaftsprüfung und Buchhaltung
  • Finanzdienstleistungen und Technologie

Top 5 Branchen Engineering/IT:

  • Computersoftware und Technologie
  • Automobilbranche
  • Architektur und Stadtplanung
  • Maschinenbau
  • Energie

Beschleunigt Corona die Reise zum Arbeitsplatz der Zukunft?

Danach gefragt, welche Begriffe sie mit dem Arbeitsplatz der Zukunft assoziieren, nennen Studierende vorwiegend Innovation, Work-Life-Balance, Home Office, Flexibilität, Sicherheit und Digitalisierung. „All diese Themen haben im Rahmen der Corona-Krise an Bedeutung gewonnen, teilweise aus der Not heraus“, so Oberrauter-Zabransky. Für Unternehmen liege darin eine große Chance: „Wenn sie diese Werte klug kommunizieren und im Alltag leben, können sie mit jungen Talenten voll durchstarten – und sichern sich so langfristig loyale Mitarbeiter.“

Auch Daniel Hauser bestätigt, dass Corona in kurzer Zeit Veränderungen innerhalb von Organisationen möglich, aber auch zwingend erforderlich gemacht hat: „Es ist wichtig für Unternehmen, in solchen Zeiten klar mit ihren Mitarbeitern zu kommunizieren. Nur so können Arbeitgeber sicherstellen, dass ihre Belegschaft nicht bei der ersten Gelegenheit das Unternehmen verlässt, weil das Krisenmanagement nicht passt.“