Schweizer Notenbank gab Milliarden für schwachen Franken aus

30. September 2020 Drucken
Schweizer Notenbank gab Milliarden für schwachen Franken aus
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Die Schweizer Notenbank hat 90 Milliarden Franken für Interventionen am Devisenmarkt im ersten Halbjahr 2020 aufgewendet. Ein zu starker Schweizer Franken wirke sich unter Anderem schlecht auf den Tourismus aus, so die Begründung der Bank.

Die Schweizerische Nationalbank SNB hat in der Coronakrise einen erheblichen Betrag aufgewendet, um sich gegen die Aufwertung des Schweizer Franken zu stemmen. Im ersten Halbjahr seien 90 Mrd. Franken (83 Mrd. Euro) für Interventionen am Devisenmarkt aufgewendet worden, teilte die Schweizer Notenbank am Mittwoch in Zürich mit.

Die Interventionen der Schweizer Notenbank sind notwendig geworden, weil der Franken an den Finanzmärkten als Rückzugsort in unruhigen Zeiten geschätzt wird. Aufgrund der Coronakrise hatten sich viele Anleger vor allem im März und April aus riskanteren Anlagen wie Aktien verabschiedet und sichere Zufluchtsorte für ihr Geld gesucht. Fündig wurden sie nicht zuletzt im Franken.

Schweizer Notenbank: „Probleme für Tourismus“

Für die Wirtschaft der Schweiz bringt eine starke heimische Währung jedoch Probleme mit sich. Zum einen belastet sie den Tourismus, weil Reisen in die Schweiz mit steigendem Frankenkurs teurer werden. Zum anderen verteuern sich Warenexporte der Eidgenossenschaft mit steigendem Wechselkurs. Beides lastet auf der Schweizer Wirtschaft. Dem stellt sich die Zentralbank mit ihren Interventionen entgegen.

Die Notenbank bewegt sich mit ihrem Kurs jedoch auf riskantem Terrain: Die USA führen die Schweiz seit längerem auf einer Liste mit Ländern, die sie der Devisenmanipulation verdächtigen. Die US-Regierung hat deshalb zu einer raschen Veröffentlichung von Devisendaten gedrängt. Diesem Drängen scheint die SNB nachzukommen, denn es ist das erste Mal, dass die Notenbank ihre Interventionsbeträge zeitnah in einem Quartalsbericht veröffentlicht.