Österreicher sind auf Jobsuche

05. Oktober 2020 Drucken
Österreicher sind auf Jobsuche
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Die Anzahl an erwerbslosen Jobsuchenden ist seit 2019 angestiegen und Kurzarbeit und Stellenabbau sind zwei weitere Folgen der Corona-Krise. Zu diesen Ergebnissen kommt eine gemeinsame Umfrage der Job-Plattform willhaben und Marketagent.

Im Juli haben insgesamt 15 Prozent der Befragten aktiv einen neuen Arbeitsplatz gesucht. Bei den 20- bis 29-Jährigen waren es sogar 20 Prozent. Auch in Wien lag dieser Wert mit 20 Prozent über dem Gesamtschnitt. Weitere 13 Prozent waren innerhalb der vergangenen 12 Monate aktiv auf Jobsuche. „Diese Werte haben sich im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht auffallend verändert. Allerdings ist der Anteil an Personen, die während ihrer Suche nicht erwerbstätig waren, von ca. 30 Prozent auf 40 Prozent merkbar gestiegen“, erklärt Markus Zink, Head of Jobs und Karriere bei willhaben. „In der Region Niederösterreich und Burgenland waren es sogar deutlich mehr als 50 Prozent. Auch Frauen waren während der Jobsuche signifikant häufiger unbeschäftigt als Männer. Dass die Corona-Krise ihren Teil dazu beigetragen hat, ist anzunehmen.“

Die meisten Personen suchten einen Job in der Sparte Handel und Vertrieb (ca. 20 Prozent). Aber auch Administration und Sachbearbeitung (18 Prozent) und Einkauf, Logistik und Transport (13 Prozent) sind beliebte Branchen. Hier gab es allerdings Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Während Handel und Vertrieb und Administration und Sachbearbeitung bei Personen ab 20 Jahren besonders gefragt waren, suchten die 15- bis 19-Jährigen vorwiegend in der Sparte IT und Telekommunikation (mehr als 20 Prozent).

Männer suchten Vollzeit-, Frauen Teilzeit-Jobs

Mehr als 60 Prozent suchten nach einer Vollzeitstelle – Männer mit knapp 75 Prozent deutlich häufiger als Frauen (rund 47 Prozent). Umgekehrte Verhältnisse zeichneten sich bei Teilzeit ab. Nach einer Halbtages-Anstellung suchten etwa 41 Prozent der Frauen, aber nur knapp 18 Prozent der Männer. Die 15- bis 19-Jährigen suchten verhältnismäßig oft nach geringfügigen Anstellungen (ca. 30 Prozent). Hierbei handelte es sich vermutlich zumeist um Schüler oder Studenten, die sich neben ihrer Ausbildung etwas dazuverdienen wollen.

Wer in den vergangenen 12 Monaten nicht auf Jobsuche war, wurde nach den Gründen dafür gefragt. Über 50 Prozent gaben an, mit ihrem aktuellen Job zufrieden und glücklich zu sein. Bei Männern lag dieser Wert sogar um die 60 Prozent. Auch in der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre war die Zufriedenheit groß. Ein weiterer wesentlicher Grund, warum die Suche bis jetzt ausblieb, ist der Glaube, keinen besseren Job zu finden. Knapp 30 Prozent stimmten dem zu. Trotz alledem könnten sich mehr als 50 Prozent der nicht Suchenden einen Jobwechsel bei einem passenden Angebot eher bis absolut vorstellen. Dieser Wert nimmt allerdings mit dem Alter ab. „Dass sich so viele Personen in ihrem Job wohlfühlen, ist ein sehr erfreuliches Resultat. Auch für willhaben steht dieser Aspekt besonders im Fokus“, so Zink.

Jobsuche: Online-Jobbörsen beliebt, Social Media nicht

Im Rahmen der Jobsuche sind vor allem Online-Jobbörsen und -portale bzw. Apps beliebt. Fast 55 Prozent aller Suchenden greifen darauf zurück. Beispielsweise wurde laut Studie der willhaben-Jobbereich von mehr als 40 Prozent der Suchenden in den vergangenen 12 Monaten genutzt. Personal-Verantwortliche stehen digitalen Jobanzeigen ebenso positiv gegenüber. Mehr als 95 Prozent gaben an, dass sich die Jobausschreibung sehr gut digital umsetzen lässt. Das ergab eine weitere aktuelle Studie von willhaben und Marketagent. Ebenfalls häufig genutzte Suchquellen waren das AMS (ca. 53 Prozent) und „Vitamin B“, also Freunde, Bekannte und Verwandte (über 40 Prozent).

Weniger relevant waren hingegen Magazine, Jobmessen und Foren. Auch soziale Medien wie Facebook, Xing oder LinkedIn sowie Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wurden von den Jobsuchenden selten genutzt. Allerdings gaben 52 Prozent der befragten Personal-Verantwortlichen an, in den vergangenen Monaten vor allem auf Werbung in sozialen Medien gesetzt zu haben. Zudem hielten mehr als 67 Prozent positive Bewertungen auf Unternehmens-Bewertungsplattformen für wichtig. Ein Widerspruch zu den vorwiegend genutzten Quellen der Suchenden.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.