Sparbuch: Der Klassiker punktet noch immer

22. Oktober 2020 Drucken
Sparbuch: Der Klassiker punktet noch immer
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Der Weltspartag wird heuer aufgrund der aktuellen Corona Situation auf eine ganze Weltsparwoche ausgedehnt. Doch unabhängig von Corona steht die Frage im Raum, wie attraktiv Sparen heutzutage überhaupt noch ist? Rentiert es sich in Niedrigzinszeiten das Geld noch in klassische Sparprodukte zu investieren?

Betrachtet man das allgemeine Interesse an diversen Spar- und Anlageformen – unabhängig der tatsächlichen Nutzung – so wird schnell klar, dass das klassische Sparbuch schon lange seine Hochblütezeit überschritten hat. Noch vor 10 Jahren stuften die Österreicher den Klassiker des Sparens als die interessanteste Möglichkeit Geld zu investieren ein. Rund jeder Zweite gab dies im Jahr 2010 an. Zehn Jahre später hat sich das Bild deutlich gewandelt: Herr und Frau Österreicher setzen auf feste Werte und schenken ihr Interesse primär Immobilien oder auch dem Gold. Das Sparbuch selbst rutscht mittlerweile auf die hinteren Ränge der Beliebtheitsskala: Lediglich jeder Sechste stuft das Sparbuch noch als interessante Anlagemöglichkeit ein.

Sparbuch Dauerrenner trotz Niedrigzinsen

Betrachtet man im Vergleich zum Stimmungsbild bzgl. Attraktivität diverser Anlageformen, den tatsächlichen Produktbesitz, so kristallisiert sich ein anderes Bild heraus: Neben dem Girokonto, das nahezu jeder Österreicher besitzt, ist das klassische Sparbuch das am weitesten verbreitete Bank- bzw. Sparprodukt. Wenn auch der Anteil der Personen, die eines besitzen in den letzten 10 Jahren stark rückläufig war, behauptet es seine Position als Nummer eins Sparprodukt.

Waren es vor rund 10 Jahren noch über 70 Prozent die ein Sparbuch besaßen, so liegt der Anteil aktuell bei 58 Prozent. „Diese immer noch führende Position ist keineswegs überraschend. Die Österreicher sind in ihrem Anlageverhalten risikoavers, möchten einen schnell verfügbaren Notgroschen auf der Seite haben und verfügen über weniger Expertise hinsichtlich komplexeren Anlageformen. All diesen Bedürfnissen kommt das Sparbuch bestens entgegen: Es ist einfach, flexibel und sicher“, so Ursula Swoboda, Commercial Director der GfK Austria.

Online-Konkurrenz im Anmarsch

Allerdings bekommt das Sparbuch immer stärkere digitale Konkurrenz. Viele sind bereits auf ein Online-Sparkonto umgestiegen und weitere werden folgen. Im Schnitt besitzt knapp jeder Zweite ein rein digitales Sparkonto – Tendenz steigend. Dementsprechend könnte das Online Sparkonto dem klassischen Sparbuch bald den ersten Platz streitig machen. „Bis es allerdings soweit ist, kann es auch in der heurigen Weltsparwoche glänzen“, so Swoboda abschließend.