Republik stockte zum letzten Mal in diesem Jahr Anleihen auf

03. November 2020 Drucken
Republik stockte zum letzten Mal in diesem Jahr Anleihen auf
15743421084831574341247790

Die Republik Österreich hat die im Oktober 20-jährige Anleihe wurde mit negativem Zinssatz für 690 Mio. Euro aufgestockt

Die Republik Österreich hat heute zum letzten Mal für dieses Jahr Bundesanleihen aufgestockt. Der Finanzierungsplan sei schon weit fortgeschritten, daher werde der Auktionstermin im Dezember nicht mehr in Anspruch genommen, sagte der Chef der Oesterreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Markus Stix, zur APA. Am Dienstag wurde die erst vor kurzem begebene 20-jährige Anleihe für 690 Mio. Euro aufgestockt.

Das Papier hat einen Kupon von 0,00 Prozent, die Emissionsrendite lag wie bereits bei der Erstausgabe unter Null bei minus 0,059 Prozent. Die Anleihe sei rund zweifach überzeichnet gewesen und habe nun ein Gesamtvolumen von über 3 Mrd. Euro, so der OeBFA-Chef.

Republik Österreich greift lenkend ein

Mitte Oktober hatte die OeBFA mit der Ausgabe des Papiers bereits 2,5 Mrd. Euro aufgenommen. Damit war erstmals in der Geschichte eine österreichische Anleihe mit einer 20-jährigen Laufzeit mit negativer Emissionsrendite begeben worden. Die Negativzinsen beliefen sich damals auf minus 0,094 Prozent. Zu den aktuell niedrigen Zinsen am Anleihenmarkt habe unter anderem die Europäische Zentralbank (EZB) beigetragen. Diese hat bei ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag deutlich durchblicken lassen, dass sie wegen der sich wieder verschärfenden Coronakrise im Dezember weitere Notfallmaßnahmen setzen wird.

Ob die Maßnahmen in Form einer Ausweitung des Notkaufprogramms (PEPP) oder einer Senkung des Einlagenzinses von minus 0,5 auf minus 0,6 Prozent kommen, sei noch nicht fixiert, sagte Stix. Es habe aber ein klares Signal für weitere Schritte gegeben.